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Mezzanine-Finanzierung
Mezzanine-Kapital ist eigentlich alter Wein in neuen Schläuchen. Diese Form dieser Unternehmensfinanzierung existiert schon lange am Kreditmarkt, wenn auch nicht unter diesem Namen. Unternehmen, die sich über diesen Weg zusätzliches Kapital am Kapitalmarkt beschaffen, verbessern dadurch zusätzlich ihre Eigenkapitalquote, da diese Mittel eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital darstellen. daher auch der Begriff Mezzanine, der im italienischen Zwischengeschoss bedeutet.
Mezzanine-Kapital ähnelt dem Eigenkapital insofern, als dass es meist langfristig im Unternehmen bleibt und in Relation zum echten Fremdkapital ausserdem immer nur nachrangig abgesichert ist.
Es ähnelt dem Fremdkapital insofern, als dass es auch zurückgezahlt werden muss und dass es im Rang vor dem echten Eigenkapital steht.
Je nach Art und Weise des gewährten Darlehens kann man dies zusätzlich in bilanzielles Eigen- oder Fremdkapital unterscheiden. So wird etwa ein Nachrangdarlehen als Fremdkapital bilanziert, während eine stille Beteiligung dem Eigenkapital zugerechnet wird.
Das gewährte Mezzanine-Kapital wird laufend zu einem zuvor ausgehandelten Zinssatz verzinst, der sich mitunter aber auch an dem Erfolg des Unternehmens orientieren kann. Der Zinssatz ist aufgrund der nachrangigen Besicherung immer höher, als der einer Bank in den vorderen Rängen, und kann mitunter bis zu 20% und mehr betragen. Damit wird dann ein Teil des Risikos ausgeglichen, den die Kapitalgeber mit der Gewährung eingehen. Die Darlehensgewährung ist üblicherweise auf fünf bis zehn Jahre befristet, ausserdem beschränkt sich die Haftung des Darlehengebers stets auf den Darlehensbetrag, eine Beteiligung an eventuell entstehenden Verlusten ist also somit von vorn herein ausgeschlossen. In dem abzuschliessenden Vertragswerk werden ausserdem die Rechte und Pflichten des Investors und des Unternehmens geregelt, dies enthält dann meist auch verpflichtende Quoten hinsichtlich des Eigenkapitals oder bestimmter Ergebniskennzahlen. Ferner wird auch detailliert festgehalten, was genau im Falle von Verletzungen der zuvor genannten Vereinbarungen passiert.
Natürlich dürfen die Nachteile dieser Finanzierungsart nicht übersehen werden. Unternehmer bezahlen wesentlich höhere Zinsen als bei einem banküblichen Bankkredit, und sie benötigen deshalb einen entsprechend hohen Cashflow, um den Kapitaldienst auch leisten zu können.
Typische Geldgeber für Mezzanine-Finanzierungen sind neben Beteiligungsgesellschaften auch Private-Equity-Gesellschaften, Venture-Kapital-Gesellschaften und Mezzanine-Fonds. Da dieser Markt momentan besonders wächst, gibt es auch schon die ersten Banken, die sich daran beteiligen. Weil an die nachfragenden Unternehmen sehr hohe Erwartungen gestellt werden, versteht es sich fast von alleine, dass es ausschliesslich schon am Markt etablierte Firmen sind, die sich darum bewerben.
Die gewährten Darlehen bewegen sich meist im einstelligen Millionenbereich, gehen aber mitunter auch bis in den mittleren zweistelligen Bereich.
Und für wen eignet sich nun dieses Finanzierungsinstrument?
Nun, es eignet sich zum Beispiel für Firmenübernahmen im Rahmen von Management-buy-out oder für etablierte Firmen, die neue Märkte erschliessen wollen.
Verbessert Mezzanine das Rating?
Ja und nein. Zum einen verbessert es die Eigenkapitalstruktur bei gleichzeitiger Verringerung des Leverage-Effektes, zum anderen aber wird das Mezzanine-Kapital ja nicht aus Langeweile aufgenommen, sondern weil in der Regel Investitionen anstehen, die dann aber bewirken, dass der Leverage-Effekt sich umdreht und dass als Ergebnis der Investition hoffentlich ein besserer und höherer Cashflow einsetzt.
Die Kapitalgeber, so sie denn nicht über Barvermögen verfügen, haben seit ein paar Jahren übrigens die Möglichkeit, sich über gewichtete Anleihen am freien Markt zu refinanzieren.
