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Factoring

Factoring

Factoring ist in Deutschland schon ein alter Hut. Der Legende nach kannten schon die alten Fugger aus Augsburg vor rund 650 Jahren die Möglichkeit, Forderungen anderer zu kaufen, um damit Profit zu machen.

Heute ist Factoring eine Art Dreiecksgeschäft, bestehend aus dem Factor, dem Factoring-Kunden und dem Abnehmer. Der Factoring-Kunde liefert dabei wie gewohnt seine Waren, beziehungsweise Dienstleistungen an den Abnehmer und verkauft die Forderungen daraus umgehend an den Factor, der sie ihm unter vorübergehender Einbehaltung von 10 bis 20 Prozent wiederum umgehend ausbezahlt. Der größte Teil des Einbehalts abzüglich der eigenen entstandenen Kosten sowie der Zinsen für das gewährte Darlehen wird dem Factoring-Kunden überwiesen, sobald der Abnehmer die Rechnung vollends bezahlt hat.

Der Factoring-Kunde gewinnt zum einen durch diese Dienstleistung an Liquidität, zum anderen sichert er sich dadurch vor einem eventuellen Ausfall seiner Forderungen ab. Die neu gewonnene Liquidität kann er dazu nutzen, seine kurzfristigen Verbindlichkeiten umgehend zu reduzieren.

Arten von Factoring

Je nach Leistungsumfang unterscheidet man zwischen verschiedenen Formen des Factorings:

  • echtes und unechtes Factoring
    übernimmt der Factor das Ausfallrisiko, spricht man von echtem Factoring, ansonsten von unechtem.
  • Inhouse-Factoring
    hier verbleibt die Buchhaltung beim Factoring-Kunden, auch wenn der Factor das Ausfallrisiko übernimmt.
  • Online-Factoring
    hierbei werden sämtliche Vorgänge computergestützt in Echtzeit ausgeführt
  • Fälligkeits-Factoring
    funktioniert wie das echte Factoring, nur dass der Factoring-Kunde auf die sofortige Auszahlung des Rechnungsbetrages verzichtet

Varianten der Forderungsabtretung

Darüber hinaus unterscheidet man beim Factoring auch noch nach der Art der Forderungsabtretung in folgende Varianten:

  • offenes Factoring
    Hier wird dem Kunden klipp und klar kommuniziert, dass man seine Forderungen an eine Factoring-Firma abgetreten hat und er doch bitteschön an dieselbige seine Zahlungen zu leisten hat.
  • halboffenes Factoring
    Der Kunde erfährt zwar nicht, dass die Forderung gegen ihn verkauft wurde, aber er erhält die Aufforderung, seinen Rechnungsbetrag auf ein Konto zu überweisen, welches dem Factor gehört.
  • stilles Factoring
    Hier erfährt der Kunde nichts vom Verkauf der Forderungen. Allerdings setzt diese Art des Factorings ein hohes Vertrauen in die Rechtmäßigkeit der gestellten Forderungen voraus, da der Factor die Forderungen nicht ohne weiteres überprüfen kann.

Auswahl der Forderungen

Eine weitere Unterscheidung beim Factoring ist die der Forderungsauswahl:

  • Inlands-Factoring
    Hier werden, wie der Name es vermuten lässt, ausschließlich inländische Forderungen verkauft
  • Auslands-Factoring
    Hier dreht sich alles um Schuldner aus dem Ausland
  • Auswahl-Factoring
    Hier werden nur ausgewählte in- und/oder ausländische Forderungen an den Factor verkauft
  • Import-Factoring
    Wer Waren importiert, muss in der Regel in Vorkasse treten. Beim Import-Factoring übernimmt der Factor diese Zahlungen direkt.

Die Kosten für Factoring betragen in der Regel zwischen 0,5% und 3,5% des Forderungsbetrages, überschlägig also in Höhe der gewährten Skonti. Dafür erhöht sich die kurzfristige Liquidität des forderungsverkaufenden Unternehmens und es entledigt sich auf diese Weise des Risikos von Zahlungsausfällen.


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