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Asset-Backed-Securities
Wenn es um die Kapitalbeschaffung zur Unternehmensfinanzierung geht, erfreuen sich "Asset Backed Securities" (ABS) immer größerer Beliebtheit.
Als Paradebeispiel wird dazu gerne der Fußballverein Schalke 04 genannt. Der hatte nämlich vor einigen Jahren einen Teil seiner Forderungen aus den Eintrittskarten-Abonnements an eine Finanzierungsgesellschaft verkauft. Die wiederum finanziert sich durch die Ausgabe von Anleihen, die Asset Backed Securities genannt werden. Diese Anleihen sind dann an Börsen handelbar. Es handelt sich dabei um verbriefte Forderungen. Oder anders gesagt: bei ABS handelt es sich um Wertpapiere, die mit Vermögensgegenständen unterlegt sind.
Aus Unternehmersicht scheint es sich bei diesen Asset Backed Securities um eine durchaus überlegenswerte Sache zu handeln. Da werden also Finanzaktiva aus der Firmenbilanz ausgegliedert und über die Ausgabe von Wertpapieren an den Kapitalmärkten refinanziert. Realisiert wird dies meist über den Forderungsverkauf an eine eigens dafür gegründete Firma, die dann wiederum die Anleihen emittiert. Sind die Anleihen dann verkauft, führt dies in der Regel zu einer Liquiditätsverbesserung des Unternehmens, da sich ja durch den Rückfluss der Geldmittel deren Verschuldungsgrad reduziert, was sich wiederum positiv auf die Bilanz auswirkt. Gleichzeitig reduziert man mit ABS die hohe Abhängigkeit von den Banken, was in Zeiten von Basel II ja auch ganz angenehm ist.
Allerdings erweist sich die praktische Durchführung als nicht ganz so einfach wie es sich zuerst anhört. Da gilt es vorab, allerhand handelsrechtliche und steuerliche Fragen zu klären, um die richtige ABS-Struktur zu finden. Forderungen sind ja nicht gleich Forderungen. Es können beispielsweise Hypotheken-, Kredit- oder sonstige Forderungen sein. Bei Kreditforderungen wiederum unterscheidet man zwischen echten Krediten und Wertpapieren, während die sonstigen Forderungen sowohl Forderungen aus Kreditkartengeschäften und Leasinggeschäften, aber auch Forderungen von Kunden umfassen.
Zugegeben nutzten bisher überwiegend Großunternehmen diese Art der Unternehmensfinanzierung, schließlich sind die Kosten, die beim Übergang der Forderungen auf das neue Unternehmen entstehen, auch nicht zu verachten. Hauptsächlich liegt es aber daran, dass diese Art der Finanzierung in Deutschland noch recht jung ist und daher nur wenige kompetente Menschen mit dem entsprechenden Fachwissen vorhanden sind.
Für das neu zu gründende Unternehmen, welches den Forderungsbestand ankauft, gibt es mittlerweile zwei verschiedene Modelle auf dem Markt. Einmal in Form einer Ausgliederung einer Firma, die ausschließlich für deren Vermögenswerte geschaffen wird. Und zum anderen als Dienstleister für mehrere Firmen, die also den Verkauf bündelt und dadurch die Kosten gleichzeitig auch senkt. Beiden gemein ist die Tatsache, dass sie von Ratingagenturen meist besser bewertet werden als die jeweiligen Mutterkonzerne, was aber auch den positiven Nebeneffekt hat, dass dadurch der Verkauf der Anleihen forciert wird.
Schalke 04 jedenfalls hatte 2003 in den USA eine Anleihe aufgenommen und dafür für die nächsten 24 Jahre einen Teil ihrer geplanten Eintrittsgelder abgetreten. Und gleichzeitig haben sie damit ungewollt die Asset Backed Securities in Deutschland salonfähig gemacht.
