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Was ist ein Versicherungsdarlehen?
Der Name dieser Finanzierung deutet es bereits an: Hier handelt es sich um ein Angebot von Versicherungsunternehmen. Die schließen mit den Immobilienkäufern und Bauherren zwei Verträge ab: einen über eine Kapitallebensversicherung, für die regelmäßig Beiträge anfallen, einen weiteren für ein Darlehen, das für das Immobilienprojekt dient. Mit der Kapitallebensversicherung häuft man Kapital an, das normalerweise nach einem gewissen Zeitraum ausgezahlt wird. Bei der Immobilienfinanzierung dient dieses Kapital der Tilgung des Darlehens, das man gleichzeitig bekommen hat. Allerdings deckt ein Versicherungsdarlehen meist nur etwa 40 bis 60 Prozent des Beleihungswertes der Immobilie.
Als Beleihungswert wird derjenige Wert einer Immobilie bezeichnet, der voraussichtlich auch in Zukunft beim Verkauf der Immobilie mindestens erzielt werden kann.
Ein Nachteil dieser Finanzierung: Da sich die Summe des Darlehens im Lauf der Zeit nicht verringert (man zahlt ja nicht den Kredit ab, sondern Beiträge für die Kapitallebensversicherung), verringert sich meist auch nicht die absolute Höhe der Zinsen.
Dazu ein einfaches Beispiel:
Trage ich regelmäßig einen Kredit von 200.000 Euro ab, für den ich 4 Prozent Zinsen zu zahlen habe, so wird auch der Gesamtbetrag, auf den die Zinsen bezogen sind, geringer. Habe ich irgendwann beispielsweise nur noch eine Kreditsumme von 100.000 Euro, weil der Rest abbezahlt ist, so zahle ich fortan nur noch 5 Prozent Zinsen auf die Restsumme von 100.000 Euro. Bei einem Versicherungsdarlehen bleibt die Darlehenssumme bis zum Ablauf der Kapitallebensversicherung dagegen bei 200.000 Euro, es sind also stets Zinsen auf den vollen Betrag zu zahlen.
Versicherungsdarlehen sind für manche Gruppe von Immobilienkäufern und Bauherren besser geeignet als für andere. Die Gefahr bei ihnen liegt darin, dass für die Berechnung der Summe, die sich aus der Kapitallebensversicherung ergibt, mit Prämien der Versicherung kalkuliert wird, die nicht immer realisiert werden können. Das kann am Ende dazu führen, dass der Betrag, den die Lebensversicherung abwirft, niedriger ausfällt als angenommen. Das Versicherungsdarlehen ist daher mit einigen Unwägbarkeiten verbunden. Als Kapitalanleger, der in eine Immobilie finanziert, kann man die Darlehenskosten allerdings steuerlich absetzen, weshalb das Versicherungsdarlehen für diese Gruppe unter Umständen vorteilhafter ist.
Aufgrund der Unwägbarkeiten, mit denen ein Versicherungsdarlehen verbunden sein kann, bevorzugen die meisten Verbraucher so genannte Hypothekendarlehen, also Darlehen, welche mit einer Grundschuld besichert sind. Einen Vergleich verschiedener solcher Hypothekendarlehen finden interessierte Leser auf unserer folgenden Seite:
Hypothekendarlehen im Vergleich >>>
