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Was ist eine Rückwärtshypothek?
Die Deutschen werden immer älter und bei vielen besteht der Wunsch, den Lebensabend in den eigenen vier Wänden zu verbringen. Um sich diesen individuell und gemäß den eigenen Vorstellungen angenehm gestalten zu können, reicht die Rente häufig nicht aus. Bisher blieb den betagten Eigentümern nur die Alternative, ihre Immobilie gegen eine lebenslange Leibrente mit Wohnrecht an einen privaten Käufer zu veräußern. Allerdings sind sie damit an einen Schuldner gebunden, der irgendwann eventuell keine Zahlungen mehr leisten kann. Um dieses Problem zu umgehen, bieten einige Institute eine Rückwärtshypothek an. Bei dieser zahlt die Bank einen Geldbetrag, der in der Regel monatlich ausgekehrt wird. Als Sicherheit dient eine Hypothek bzw. Grundschuld auf die Immobilie.
Der Eigentümer erhält so eine garantierte, lebenslange monatliche Rente und darf mietfrei in seinen eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Allerdings besteht für diesen die Verpflichtung, die Immobilie instand zu halten.
Die Idee der Rückwärtshypothek kommt ursprünglich aus den USA und Großbritannien und wird dort seit Mitte der Sechzigerjahre angeboten. In Deutschland wird das Produkt nur mit einiger Zurückhaltung angeboten, da mehrere Risiken beachtet werden müssen. Unter anderem spielt das Alter der Verkäufer eine große Rolle, denn je jünger dieser ist desto mehr wird von den Anbietern der Verkehrswert gekürzt, weil diese voraussichtlich auch länger Rente zahlen müssen. Andererseits muss der Wertverlust des Hauses sowie ihre Gewinnmarge in der Kalkulation mit bedacht werden.
Sollte sich an der persönlichen Situation der Rentner etwas ändern, so dass beispielsweise die Pflege in einer stationären Einrichtung benötigt wird, kann die Immobilie jederzeit veräußert werden. Die bisher geleisteten Rentenzahlungen, die als Hypothek auf dem Haus liegen, fließen über den Verkaufserlös an die Bank zurück.
Auch nach dem Tod des Eigentümers besteht für die Erben die Möglichkeit, den Kredit abzulösen und das Haus zu behalten.
