Kredit und Finanzen

Die kleinen Energieproduzenten

Woran denken Sie bei Stromanbietern oder Energieproduzenten? Bis vor einigen Jahren waren diese Bezeichnungen den großen Stromanbietern in Deutschland vorbehalten, doch das Bild ändert sich.

Viele Eigenheimbesitzer werden zu Stromproduzenten. Damit dies sich nicht nur aus Umweltschutzgründen für die Hausbesitzer lohnt hat die rot grüne Regierung unter Schröder und Fischer das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) auf den Weg gebracht. Allein im letzten Jahr entschieden sich über 40.000 Menschen für die Installation einer Solaranlage. Die Grundidee ist schnell erklärt. Es soll sich finanziell lohnen, auf erneuerbare Energien zu setzen und somit Bürger motivieren, z.B. eine Solaranlage auf ihrem Haus zu installieren. Die Vergütung zahlt aber nicht der Staat direkt, sondern er verpflichtet die örtlichen Stromanbieter, den Ökostrom zu festgelegten Preisen pro kWh abzunehmen, welche erheblich über den normalen Strompreisen liegen.

Aktuell bekommt ein Solaranlagenbesitzer 46,75 Cent pro kWh Einspeisevergütung, für den eigenen Verbrauch zahlt man aktuell ca. 19 Cent, so lohnt es sich den gesamten produzierten Strom zu verkaufen. Die Einspeisevergütung ist für die nächsten 20 Jahre garantiert. Wer also im Jahre 2008 eine Solaranlage installiert, bekommt garantiert die nächsten 20 Jahre die 46,75 Cent pro kWh. Wer im nächsten Jahr eine Anlage installiert bekommt schon etwas weniger.

Diese Staffelung ist beabsichtigt, da auch die Anschaffungspreise für Solarkollektoren Jahr für Jahr abnehmen. Volker Oschmann vom Bundesministerium für Umwelt erklärt dies so: „ Der Zuschuss vom Staat sinkt, weil immer mehr Deutsche Solarstrom erzeugen und die Anlagen daher billiger produziert werden können“. Experten gehen davon aus, dass die Anlagen einem Preisverfall von jährlich über 5 Prozent unterliegen werden. Das „Bauen aber richtig“ Blog zeigt ein Zahlenbeispiel für den Preisverfall unter dem Titel „Alles wird teurer nur Solarstromanlage nicht“.

Eine durchschnittliche Anlage mit einer Leistung von 5kWp kostet inklusive Montage aktuell ca. 22.000 Euro. Hinzu muss man jährliche Wartungskosten von ca. 200 Euro rechnen. Aber auch eine kleinere Anlage zum Beispiel auf dem eigenen Carport kann sich schon lohnen. Diese ist dann natürlich schon zu einem deutlich geringeren Preis zu erstehen.

Ob man mit seiner Solaranlage eine gute Rendite erzielt, oder nur etwas Gutes für die Umwelt tut, lässt sich vorher recht genau berechnen. Es hängt von der Sonnenintensität der Region, der Ausrichtung der Anlage und wie oben schon erwähnt vom Fertigstellungsdatum der Solaranlage ab. Die Fachzeitschrift „Finanztest“ bietet zur Kalkulation einen guten Solarrechner an.

Für die Finanzierung bietet sich vorhandenes Eigenkapital in Kombination mit den zinsgünstigen Darlehen der KFW Förderbank oder zum Beispiel die neue DKB Energie-Finanzierung an. Stiftung Warentest empfiehlt, mindestens die Hälfte der Investitionssumme per Eigenkapital aufzubringen.

Jeder muss für sich errechnen ob sich die Installation einer Anlage finanziell lohnt. Für unsere Umwelt und damit auch für uns lohnt es sich auf jeden Fall. Trotz teils gegenteiliger Presse des Spiegels z.B. ist die Solarförderung auch eine Subvention, die Hunderttausende Arbeitsplätze in Deutschland sichert. Die Subvention ist aber nicht als nationale Industriesubvention zu verstehen, denn auch andere Nationen, die Solaranlage produzieren, profitieren von den Subventionen.

Nicht nur deutsche Hausbesitzer erliegen dem Reiz der Solaranlagen, auch große Firmen wie Google setzen auf die umweltfreundliche Technologie. Ein Konzeptvideo, wie die riesige Solaranlage auf dem Google-Firmensitz mal aussehen soll, kann man sich hier im Googlewatchblog anschauen.

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