Kredit und Finanzen

Schwache Weltwirtschaft

Konjunkturelles Tief betrifft vor allem Asien und Westeuropa

Das Weltwirtschaftsklima hat sich im dritten Quartal 2008 erneut verschlechtert und ist so trüb wie seit sieben Jahren nicht mehr, als die Ereignisse des 11. Septembers 2001 die Wirtschaft zum Beben brachte.

Wie das ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München bekannt gab, rutschte der vielbeachtete ifo-Indikator für das Weltwirtschaftsklima von 81,4 auf 73,4 Punkte ab. Der Index zu den Zukunftserwartungen fiel sogar noch tiefer auf 61,4 Punkte und lieferte damit den schlechtesten Wert seit 18 Jahren. Vierteljährlich ermittelt das Institut den weltweiten Wirtschaftstrend und über tausend Experten aus 92 verschiedenen Ländern liefern hierfür die grundlegenden Informationen.

Die Abkühlung des Weltwirtschaftsklimas betrifft laut Studie vor allem Westeuropa und Asien. Im Westen Europas erwarten die Experten in fast allen Ländern eine Verschlechterung der Konjunktur. Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass die aktuelle Wirtschaftslage in vielen Staaten dennoch als günstig beurteilt wird, besonders Finnland, Österreich, Deutschland und die Niederlande können sich über ihre aktuell sehr stabile Wirtschaftlage freuen.

Eine schlechtere Beurteilung mussten allerdings Italien, Spanien und das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland hinnehmen. Sie müssen sich auf schwierigere wirtschaftliche Zeiten einstellen.

Auch Asien schneidet schlecht ab, insbesondere in Indien, Malaysia, Taiwan, Thailand, Südkorea und den Philippinen liegt der Index auf einem äußerst niedrigen Niveau und macht die schlechte wirtschaftliche Situation der Länder deutlich.

In den USA hat sich der ifo-Indikator überraschenderweise nicht weiter verschlechtert und die wirtschaftlichen Erwartungen sind trotz Subprime-Krise für die nächsten sechs Monate weniger pessimistisch ausgefallen, wie es noch Anfang des Jahres der Fall war. Dennoch bleibt die amerikanische Wirtschaftslage prekär und wird weiterhin ungünstig bewertet.

Auch in der Geldpolitik erwarten uns keine rosigen Prognosen. Die Inflationserwartungen für 2008 liegen sehr hoch. In Westeuropa rechnen die Experten mit einem Anstieg von 3,5 Prozent, das ist deutlich mehr als die 2007 registrierte Preissteigerungsrate von 2,1 Prozent. In den USA erwartet man einen Inflationsanstieg von 3,8 Prozent, während die Preissteigerung 2007 bei 2,8 Prozent lag. Und in Asien liegen zwischen Inflationserwartungen (5,3 Prozent) und Preissteigerung 2007 (2,4 Prozent) sogar knappe, aber gewaltige drei Prozentpunkte.

Aus diesem Grund gehen die Wirtschaftsforscher nun von einem Anstieg der Notenbankzinsen aus und rechnen damit, dass die langfristigen Zinsen in den kommenden sechs Monaten anziehen, was sich unter anderem auch auf die Zinsen längerfristiger Immobilienkredite auswirken dürfte.

Den Euro sehen die Experten als überbewertet, den US-Dollar und auch den japanischen Yen dagegen als unterbewertet. Eine weitere Abschwächung der US-Währung in den kommenden sechs Monaten wird aber nicht erwartet.

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