Stellenabbau bei der BayernLB
Sie war eine der Banken in Deutschland, die von der weltweiten Finanzkrise mitten ins Mark getroffen wurde. Neben der SachsenLB und der IBK hat es die BayernLB am härtesten getroffen.
Nun werden Konsequenzen gezogen. Und das wieder einmal auf Kosten der Mitarbeiter. Denn: Nachdem auf der einen Seite der Karren gegen die Wand gefahren wurde, soll nun eingespart werden. Um bis zu 150 Millionen Euro insgesamt sollen die Kosten der Bayerischen Landesbank nun gesenkt werden. Die Kostensenkung soll durch die Streichung von bis zu 350 Stellen erfolgen.
Zwar wird nun wieder ein wenig schön geredet, mit der Aussage, dies “vor allem über die natürliche Fluktuation sowie einvernehmliche Regelungen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern” möglich zu machen. Dennoch wird auch klar gesagt: “Der Vorstand schließt betriebsbedingte Kündigungen im Einzelfall aber nicht aus.” Der größte Teil der Einsparungen soll bereits im nächsten Jahr erfolgen.
Die Luft ist also dünn geworden für Banken, welche risikobehaftete Investments vorgenommen haben, zu leiden haben aber wie immer die Arbeitnehmer, die sich meist nichts zu schulden haben kommen lassen.
Nachdem bei der BayernLB erst von Wertberichtigungen, so genannten Abschreibungen, in der Höhe von etwas über 1 Milliarde Euro die Rede war, ist diese Summe nun auf fast 4,5 Milliarden Euro angewachsen. Nicht nur mich bekommt hier das Gefühl, manche Banken würden einfach so mal ins Blaue investieren und vor Profitgier sämtliche Regeln des Risikomanagements außer Acht lassen.
So ist es auch kein Wunder, dass die Verantwortlichen derartiges Missmanagements von einigen als die heimlichen Asozialen bezeichnet werden, denn mit ihrem Verhalten haben sie nicht nur ihre Banken geschädigt, sondern vor allem den Steuerzahler und damit Sie!
Es wird wohl nicht anders gehen, als dass die Sparkassen und der Freistaat Bayern als Eigentümer der Bayern LB erneut Geld in die Bank pumpen, die eine Zeitlang mit verbrieften Forderungen auf Kredite und Hypothekendarlehen einfach zu hoch gepokert hat.
Noch immer wartet man übrigens vergeblich darauf, dass jemand die Verantwortung für das finanzielle Desaster der Bayerischen Landesbank übernimmt. Erwin Huber, der bayerische Finanzminister, wird es wohl nicht sein, auch wenn viele darauf warten, nicht nur aus „feindlichen“ politischen Lagern.
Was bei der ganzen Sache auffällig ist: Es kommt immer wieder zu neuen Zahlen der Wertberichtigung. Während es am Anfang „nur“ eine Milliarde war, waren es im März dieses Jahres plötzlich 1,9 Milliarden Euro, die als Abschreibungen die Bücher im Wert berichtigen sollten.
Da fragt sich der geneigte Betrachter und auch die Betrachterin: Wie hoch werden die Abschreibungen tatsächlich sein, wenn am Ende dieses Jahres abgerechnet wird.
Spätestens nach der Erstellung der Jahresbilanz 2008 wird die BayernLB Farbe bekennen müssen. Abgerechnet wird eben immer zum Schluss…
