Kredit und Finanzen

Fliegen wird zu teuer – Flieger bleiben auf dem Boden

Die Treibstoffpreise rüttelt nicht nur an uns Autofahrern. Auch die Flieger sind davon betroffen. Nun zieht der Anbieter Air Berlin seine Konsequenzen und streicht Flüge. Zum neuen Winterflugplan soll einiges an Flügen ausgedünnt werden und Strecken werden wegfallen. So kommt es zu einer Reduzierung von 30 Prozent im Segment der Langstreckenflüge. Wegfallen werden die Verbindungen von Düsseldorf nach New York werden ausgesetzt, ebenso die ganz neu ins Programm aufgenommenen Flüge nach Shanghai und Peking. Diese waren erst im Mai dieses Jahres in den Flugplan von Air Berlin aufgenommen worden. Ganz eingestellt werden sogar die Flüge nach Sri Lanka und Mauritius. Andere Ziele, wie zum Beispiel Jamaika und Florida, werden hingegen ab dem Winterflugplan mit höherer Frequenz unterwegs sein.

Aber nicht nur auf den Langstrecken geht der Rotstift um. Auch auf den Mittelstreckenflügen und der Kurzstrecke wird eingedämmt. Waren bisher bis Jahresende noch 134 Maschinen geplant, so sind es jetzt nur noch 120 Maschinen. Begründen tut der Chef von Air Berlin, Joachim Hunold, dies mit dem Anstreben einer höheren Auslastung.

Doch nicht nur Flüge werden gestrichen. Auch mit den Aktien der börsennotierten Fluggesellschaften schaut es derzeit nicht allzu gut aus. Grund waren negative Kommentare von Analysten am Mittwoch. Zeitweise verlor die Aktie der Lufthansa 2,8 Prozent und fiel auf 15,07 Euro pro Aktie. „Sturmwolken“ kämen auf Deutschland wegen der hohen Ölpreise zu, meinen die Analysten von „Cheuvreux“. Noch mehr brach die Aktie von Air Berlin, derzeit die größte Fluggesellschaft unseres Landes, nach einer veröffentlichten Analyse von Morgan Stanley ein. Zeitweise gab der Kurs um bis zu 8,3 Prozent auf 4,99 Euro je Aktie nach. Tiefer hatte die Aktie von Air Berlin seit dem Börsengang vor gut zwei Jahren noch nie gelegen.

Air Berlin ist nicht der erste Fluganbieter, der Flüge aufgrund der so drastisch gestiegenen Preise für Kerosin streicht. Ryanair zum Beispiel lässt inzwischen zehn Prozent weniger Maschinen starten. Auch alle großen Fluggesellschaften der USA haben ihre Flüge zusammengestrichen. Dies würde für die US-Airlines einen massiven Verlust bedeuten, der nach Hochrechnungen des US-Luftfahrtverbands Air Transport Association mit zehn Milliarden US Dollar beziffert wird. Einen größeren Verlust gab es nur im Jahr 2002, das Jahr nach dem 11. September, das in aller Welt zu weniger Flügen führte.

Aufgrund der aktuellen Situation werden bei Air Berlin nicht nur Flüge gestrichen werden, sondern auch Stellen. Die Verwaltung der Fluggesellschaft DBA, die erst im Jahre 2006 übernommen worden war, wird aufgelöst werden. Für die 52 Mitarbeiter, die von der Auflösung betroffen sind, soll ein Sozialplan erstellt werden. Dies ist wohl leider nur der Anfang eines Stellenabbaus, der durch die ständig steigenden Kerosinkosten bei den Fluggesellschaften in aller Welt um sich greifen wird.

Wir als Fluggäste dürfen derweil tiefer in die Tasche greifen. Lufthansa und Air Berlin erhöhen die Zuschläge für Kerosin. Fliegen wieder also immer teurer werden, übrigens auch bei den Billigfliegern, dies sollte nicht vergessen werden.

Kommentarfunktion ist deaktiviert