Kein Ende im Telekom-Skandal
Am Anfang wurde er noch klein geredet, der Skandal der Telekom AG, bei dem Journalisten im Visier der Überwachung standen und auch Mitarbeiter von ihren eigenen Bossen bespitzelt wurden.
Von Tag zu Tag kommen nun allerdings mehr Details ans Tageslicht und die Luft für den Telekommunikationskonzern aus Bonn wird immer dünner.
Die große Frage ist und bleibt: Wann hat das alles eigentlich begonnen? Schon unter Ron Sommer? Die, die es wissen, halten dicht.
Nun hat die Staatsanwaltschaft mehr Akten gefunden, als sie gedacht hatte und als die Telekom wohl selbst in der Hand hatte, oder haben wollte. Oberstaatsanwalt Friedrich Apostel, der in dem Fall zuständig ist, sagte dazu zum „Handelsblatt“: „Da haben einige ganz schön große Augen gemacht. Wir haben mehr gefunden, als mancher sich vorstellen konnte“.
Inzwischen ist jedoch klar, es haben sich inzwischen einige Mitarbeiter der Telekom selbst angezeigt. Das dies ein wichtiger Schritt und ein wichtiges Signal ist, ist offensichtlich. Es wird Zeit, dort aufzuräumen, wo so viel Schindluder getrieben wurde. Die Frage ist immer noch: Wann wird René Obermann sagen, wie viel er eigentlich weiß und vor allem seit wann?
Der Telekom selbst ist übrigens bekannt, dass sich mehrere Mitarbeiter aus dem Bereich Konzernsicherheit selbst angezeigt haben. „Das ist uns bekannt. Die Mitarbeiter haben sich an uns gewandt, und wir haben sie an die Staatsanwaltschaft verwiesen.“, sagte dazu ein Sprecher der Telekom AG. Daran werden sie wohl gut getan haben, die Mitarbeiter, die ihre Selbstanzeige vorgenommen haben. Denn sie kommen damit wohl auch einer Anzeige seitens der Staatsanwaltschaft zuvor. Doch anders als bei Selbstanzeigen für Steuerhinterziehungen, bei denen der Selbstanzeiger hinterher straffrei ausgeht, ist hier noch unklar, welche Strafen die Mitarbeiter erwarten.
Wichtig ist nur, dass sich das Ganze endlich wieder beruhigt und nun endlich alle Fakten auf den Tisch kommen. Schon jetzt vergleichen ja einige die Spitzelmethoden der Deutschen Telekom AG mit denen der ehemaligen DDR-Staatssicherheit. Selbst wenn der Kopf von René Obermann letztlich doch rollen sollte, es würde der Telekom und ihrer Zukunft sehr gut tun, wie der aktuelle Kundenschwund der Telekom sowie das fehlende Vertrauen der Verbraucher in den Konzern belegen.
Die Verschleierungen müssen endlich ein Ende haben. Denn wichtig ist, dass der Datenschutz wieder gewahrt wird im ehemaligen Staatsbetrieb der Bundesrepublik Deutschland. Nur so kann sowohl die Telekom weiter ihrem eigentlichen Geschäft nachgehen als auch die Kunden mit dem Wissen leben, dass ihre Daten dort gut geschützt werden und sicher sind.
