Lloyds TSB bekundet Interesse an der Postbank AG
Die Postbank wird wohl noch in diesem Jahr einen neuen Besitzer haben. Wer dieser sein wird, ist noch lange nicht klar. Nun hat sich ein neuer Kandidat in die Riege der Interessenten eingereiht: Die Lloyds TSB aus England. Gerüchte dazu gab es ja bereits, nun scheint es wohl ernster zu werden. Die Bank selbst ist übrigens zu keiner Stellungnahme dazu bereit. Interessant ist, dass Lloyds TSB von Lehman Brothers beraten werden würde, wenn es zu der Abgabe eines Kaufgebotes käme. Die Investmentbank aus den USA kommt inzwischen nicht mehr aus den Schlagzeilen raus, die sinkenden Börsenkurse sind nur ein Zeichen eines möglichen Untergangs.
Die offizielle Entscheidung über den Verkauf der Postbank ist immer noch nicht gefallen. Mit einem Kundenstamm von 14,5 Millionen, von denen allerdings nur 4,6 Millionen aktiv sind und konkurrenzfähigen Produkte wie dem Girokonto oder dem Postbank Privatkredit, dessen Konditionen Sie in unserem Kreditvergleich einmal mit denen anderer Banken vergleichen können, ist das Kreditinstitut für einen Verkauf eigentlich sehr gut aufgestellt.
Frank Appel, der Chef der Deutschen Post AG, sieht derweil weder Hast noch Eile beim Verkauf der posteigenen Bank. Wird es zu einem „Bankenriesen“ in Deutschland kommen? Wichtig ist, dass bei aller Taktik nicht die Kunden vergessen werden. Schließlich sind diese die ersten, welche Veränderungen zu spüren bekommen.
Viele haben sich in den letzten Jahren über die Serviceleistungen der ehemaligen Staatsunternehmen Telekom AG und Deutsche Post AG aufgeregt, zu Recht, wie man leider sagen muss. Nun rennen der Telekom massenweise die Kunden davon (und es werden wohl noch viel mehr werden, wenn die langfristigen Verträge gekündigt sind, die heute noch viele von einem Wechsel abhalten) aufgrund der Spitzelaffäre.
Nun geht das Geschacher um die Postbank weiter, das bereits seit Monaten läuft. Wie viele Interessenten letztlich ihre Angebote abgeben werden, ist nicht klar. Auch nicht, wie viele überhaupt in den Datenraum der Postbank eingelassen werden, in dem eine genauere Einsicht in die Bücher möglich ist. Lloyds TSB hat nun wohl doch ernsthafteres Interesse.
Hoffen wir, dass sich das Ganze nicht noch um Monate hinzieht, sondern noch in diesem Jahr eine Entscheidung fällt. Dem Kundengeschäft würde es gut tun. Den Mitarbeitern sicher auch, deren Zukunft so wahrscheinlich alles andere als geklärt ist.
