Bayer muss wieder einmal zahlen
…und zwar diesmal ein Bußgeld von mehr als zehn Millionen Euro, die das Bundeskartellamt gegen den Chemie- und Pharmakonzern verhängt hat. Bayer scheint in den letzten Jahren nicht mehr aus den Negativschlagzeilen heraus zu kommen, wie es scheint. Und jetzt die Premiumprodukte in der Apotheke, bei welchen Bayer die Preise mitbestimmt hat. Preisabsprachen, nein, das mag das Bundeskartellamt gar nicht. Deswegen muss Bayer nun zahlen. Wieder einmal. Tja, das ist eben die Folge, wenn man einen „Partnerschaftsbonus“ anbietet, aber dann langfristige Preissenkungen untersagt. So mussten die Produkte zu den unverbindlichen Preisen des Pharmakonzerns verkauft werden und durften allenfalls bei zeitlich begrenzten Aktionen im Preis gesenkt werden. Das alles in einer Zeit, in der auch die Apotheken endlich in den Preiskampf eingestiegen sind und die Medikamente selten zu den so genannten unverbindlichen Preisempfehlungen verkauft werden, denn, es gibt ja keine Preisbindung auf dem Markt für Medikamente, ganz im Gegensatz zu beispielsweise Büchern und Zeitschriften.
Bayer Vital wird nun die Geldbuße bezahlen, besteht aber, laut seinem Sprecher Hartmut Alsfasser darauf, dass auch die eigene Unternehmenswahrheit gesehen wird: “Wir haben nicht rechtswidrig gehandelt”. Gezahlt wird, nicht als Schuldeingeständnis, sondern um ein langwieriges Verfahren vor Gericht zu vermeiden und auch den dadurch entstehenden Nachteilen für das Unternehmen zu entgehen.
Die betroffenen Apotheker, immerhin weit über 50 Prozent der in Deutschland ansässigen 21. 000, werden übrigens kein Bußgeld zahlen müssen. Sie haben zwar eine Ordnungswidrigkeit begangen, aber da jeden nur ein kleiner Vorwurf trifft, wird es keine weiteren Maßnahmen gegen die 11.000 Apotheker geben. Hoffen wir nur, dass das Bundeskartellamt nun weiter wach bleibt. Wahrscheinlich sind die 10,34 Millionen Euro nur Peanuts für Bayer, aber vielleicht wird es für den Chemie- und Pharmakonzern nun schwerer, die Preise auf dem Markt bestimmen zu wollen. Wem so etwas als Patient übrigens gewaltig stinkt, der kann das seinige dazu tun, indem er Medikamente anderer Hersteller kaufen, bis auch Bayer verstanden hat, dass man nicht immer alles diktieren und kontrollieren kann, auch wenn sie es schon immer gedacht haben, wie es scheint.
Diese Nachricht wird aller Wahrscheinlichkeit nach wieder den Kurs von Bayer Vital nach unten ziehen, zumindest ein wenig. Dies sollte auch bedacht werden. Aber das sind ja nur die Anleger, die es dann neben den Patienten trifft. Ob Bayer das eigene Image weniger wer ist, als die Mehreinnahmen durch die vorgegebene Preisbindung? Betrachtet man die letzten Jahre, so könnte man das fast meinen. Auf der anderen Seite tut Bayer ja alles, um in der Öffentlichkeit als umweltpolitisch nachhaltiges Unternehmen zu gelten und dabei eine „Vorreiterrolle in Nachhaltigkeit“ einzunehmen. Doch selbst bei der Darstellung nach außen wird anscheinend mit harten Bandagen und unlauteren Mitteln gekämpft, wie die Manipulation bei Wikipedia in Bezug auf das Portrait der Bayer Business Services GmbH zeigt.
