Die Abwrackprämie boomt und heißt eigentlich immer noch Umweltprämie
Heute gab das Bafa, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, eindeutige Zahlen für die Anträge auf die vor kurzem eingeführte Abwrackprämie bekannt. Das Bafa ist zuständig für die Anträge, welche Besitzer von seit dem 14. Januar gekauften Neuwagen für die Umweltprämie stellen können. Immerhin gibt es dafür 2.500 Euro vom Staat, deren Auszahlungen wohl ab dem 2. März bearbeitet werden.
Die Abwrackprämie, wie sie schnell umgetauft wurde, ist jedoch auf die maximale Höhe von 1,5 Milliarden Euro begrenzt. Dennoch können immer noch genug Anträge gestellt werden. Von den möglichen 600.000 Anträgen wurden demnach bis heute Mittag 104.840 Anträge auf die Umweltprämie eingereicht worden. Dies bedeutet zugleich, dass es noch für 495.160 Neuwagenkäufer möglich ist, die Abwrackprämie zu beantragen – wenn das Altfahrzeug mindestens neun Jahre alt war, ordnungsgemäß in einem anerkannten Demontagebetrieb nach § 5 Abs. 2 Altfahrzeugverordnung in Verbindung mit Anhang Nr. 4 verschrottet wurde und mindestens ein Jahr auf den Antragsteller angemeldet war.
Beschlossen wurde die Abwrackprämie am 27. Januar vom Bundeskabinett, gilt jedoch rückwirkend ab dem 14. Januar. Die Anträge auf die Umweltprämie werden in der Reihenfolge des Eingangs bearbeitet, deshalb sollte eine Antragsstellung bald erfolgen, wenn man zu den „Gewinnern“ dieses Teils des Konjunkturpakets II gehören möchte. Sobald die Richtlinie für die Abwrackprämie in Kraft tritt – laut Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie wird dies voraussichtlich am 2. März sein -, wird es zur Bearbeitung der Anträge durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle kommen. Bis dahin reicht bei der Antragstellung übrigens noch eine Kopie des Fahrzeugbriefs, danach muss der Fahrzeugbrief bei der Antragstellung mit eingereicht werden, um einem Missbrauch vorzubeugen. Diese Erweiterungen der Vorgaben kamen erst im Bundesrat auf den Tisch, als am Freitag der vergangenen Woche über das Konjunkturpaket II abgestimmt worden war.
Die Umweltprämie sorgt vor allem bei den Kleinstwagen und Kleinwagen für regen Absatz, wovon natürlich auch die Banken durch rege Nachfrage nach Kleinkrediten, Autofinanzierungen und Sofortkrediten zum Autokauf profitieren. Hier hat eine regelrechte Ankurbelung stattgefunden, die derzeit unter anderem bei Opel spürbar ist. Der Autobauer mit der unklaren Zukunft hat erst kürzlich wegen des steigenden Absatzes beim Opel Insignia, dem Auto des Jahres 2009, die Kurzarbeit beim Bau dieses Fahrzeugs wieder gestrichen und gar Zusatzschichten eingeführt. Dem Tochterkonzern des möglicherweise kurz vor der Pleite stehenden US-Autobauers General Motors könnte damit sogar ein Stück Zukunft geschenkt werden, Hoffnung macht es, zumindest den Mitarbeitern von Opel, allemal.
