Kredit und Finanzen

Deutsche Industrie verbucht weniger Aufträge im Januar

Im Monat Januar sind die Auftragseingänge der deutschen Industrie gegenüber dem Vormonat um 1,5 Prozent zurückgegangen. Trotz dieses Rückgangs ist ein kräftiger Anstieg im Vorjahresvergleich um plus 9,5 Prozent zu verzeichnen. Besonders erwähnenswert ist dabei die Abschwächung der Nachfrage nach Investitionsgütern um 1,8 Prozent.

Die Ursache für diesen Rückgang ist primär darin zu sehen, dass das Verfahren der degressiven Abschreibung im letzten Jahr auslief (mehr Informationen dazu unter „Neuregelung der Abschreibungen des Anlagevermögens“). Somit hat jeder, der eine Investition plante, diese in den Dezember vorgezogen, was auch die Vorverlegung von Maßnahmen zur Kapitalbeschaffung und Unternehmensfinanzierung in diesen Monat bedeutete. Diese Investitionen können nun zukünftig in degressiver Form gewinnmindernd abgeschrieben werden. Der Rückgang im Januar ist dadurch einfach zu erklären. Die Vorjahresvergleichszahl von plus 9,5 Prozent stärkt das Vertrauen in den Markt.

Einige große deutsche Unternehmen haben sogleich reagiert und Strategien für die Zukunft entwickelt. Die Firma Heidelberger Druckmaschinen AG (ISIN: DE0007314007) will zukünftig mit Verpackungsdruck den deutschen Markt stärker besetzen (Informationen zu diesem Unternehmen finden interessierte Leser etwa unter „Heidelberger Druckmaschinen now in Centaurus sights“ oder unter „Heidelberger Druck bringt wieder mehr Farbe ins Spiel“. Nach Unternehmensangaben wird der Großformatmarkt auf eine halbe Milliarde Euro Umsatz geschätzt. Dieser Schritt ist auch als Reaktion auf den teilweise rückläufigen traditionellen Markt zu werten. Der Druckmaschinenhersteller versucht somit, sich neue Märkte zu erschließen. Der Vormarsch des Internets macht auch dem Druckdienstleister Schlott AG (ISIN: DE0005046304) zu schaffen. Die rückläufigen Quartalszahlen belegen dies.

Der Paketdienstleister DHL verzeichnet ebenfalls rückläufige Umsatzzahlen, was aber nicht nur am schwierigen Marktumfeld und der Konkurrenz, sondern auch an der Unzufriedenheit vieler Kunden liegen dürfte, wie man etwa auf „DHL – Sendungsverfolgung für den Arsch Teil 2“ oder „DHL und die Paket-Zustellung“, ja selbst in amerikanischen Blogs wie „DHL deliveries“ nachlesen kann. Dies belastet vor allem die Gewinne der Deutschen Post AG (ISIN: DE0005552004). In Zahlen ausgedrückt hat die Deutsche Post einen Rückgang des Gewinns um – 27,5 Prozent zu verschmerzen. Absolut macht dies eine Gewinnsumme von 1,4 Milliarden Euro aus. Vor allem das negative Geschäft auf dem amerikanischen Markt hinterlässt hier seine Spuren. Zahlen zum ersten Halbjahr 2007 finden interessierte Leser etwa unter „Deutsche Post World Net steigert Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr“, die Zahlen zum gesamten Geschäftsjahr 2007 finden sich auf finanzen.net . Entsprechende Vergleichszahlen aus dem Geschäftsjahr 2006 finden sich etwa auf „Deutsche Post: 3,9 Mrd. Euro Gewinn“. Die Deutsche Post AG hat auch zukünftig mit vielen Schwierigkeiten zu rechnen. Als Monopolist, der sich nun dem Markt öffnen muss, wird es schwer, dem Verlust von Marktanteilen vorzubeugen. Mindestlöhne und Umsatzsteuerbefreiung stabilisieren das Unternehmen dauerhaft nicht wirklich und zögern nötige Veränderungen nur hinaus.

Auch der starke Euro lockt zu Investitionen in ausländische Anlagen. Einige Experten empfehlen das Hoch gegenüber dem Dollar und Pfund zu nutzen, um in ausländische Finanzanlagen zu investieren. Dennoch sollten sich Anleger nicht blenden lassen, da immer noch zu prüfen ist, wie wirtschaftlich derartige Anlagen wirklich sind. Auch Fremdwährungskredite sind dank des starken Euro billiger geworden, hier sollte jedoch bedacht werden, dass der Kredit bei einem Rückgang des Wechselkurses schnell wieder teurer werden kann.

Trotz aller Skepsis ist auch die US-Wirtschaft ist bei weitem nicht so schwach, wie der Markt angibt. Insgesamt gesehen scheint die Trendwende erreicht und die Märkte fangen wieder an, sich zu stabilisieren. Besonderes Augenmerk sollte hierbei auf den US-Markt gelegt werden. Dieser wird in naher Zukunft noch für einige Überraschungen sorgen. Viele traditionelle Marken, Unternehmen und Aktienwerte sind im Strudel der Immobilienkrise unter die Räder gekommen und bieten deshalb derzeit hervorragende Einstiegschancen sowie günstige Kurs-Gewinn-Verhältnisse sowie hohe Dividendenrenditen. Wer jetzt investiert und die günstigen Konditionen und Wechselkurse nutzt, kann mittel- und langfristig durchaus gute Gewinne erzielen.

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