Kredit und Finanzen

Der deutsche Automarkt in der Krise – Opels Zukunft weiter ungewiss, Kurzarbeit bei Volkswagen

Was aus Opel wird – als Tochter des US-Autobauers General Motors mitten in die Krise gerissen – ist noch nicht klar. Trotz Auftragsbooms beim Opel Insignia sind hier noch keinerlei Weichen gestellt. Heute kam jedoch eine wichtige Neuigkeit über den Äther – zu Guttenberg und Geithner, das heißt, der neue Wirtschaftsminister des Bundes und der neue Finanzminister der USA, Timothy Geithner, wollen bei der Rettung von Opel an einem Strang ziehen. Beide sind die neu in ihrem Amt, beide haben sie noch etwas zu zeigen, was ihre Berufung fertigt. Und nun tun sie sich zusammen, und wollen eine Arbeitsgruppe einrichten, die im besten Falle zur Rettung von Opel führen soll.

Karl-Theodor zu Guttenberg fordert jedoch zugleich auch ein Konzept von Opel, das tragfähig ist, während andere Stimmen sich auch bei Politikern mehren, die eine staatliche Hilfe für Opel in Frage stellen. Zu Guttenberg will seinen März-Besuch, sein erster Aufenthalt in den USA als Bundeswirtschaftsminister, auch zu Gesprächen in dieser Sache verwenden. Ob das jedoch nicht zu spät sein wird? So wie die Lage aussieht, könnte es bei General Motors jederzeit krachen – eine tickende Zeitbombe quasi, die jeden Moment hochgehen kann. Zu dünn ist die Kapitaldecke des einstmals größten Autobauers der Welt inzwischen und die Situation wird immer fataler. Und der Konzern hat keine andere Lösung zu bieten als Mitarbeiterentlassungen und Werksschließungen, ein Rundumschlag also, der nicht durchdacht sein kann.

Noch vor einigen Monaten polterte General Motors mit einer Investition von eine Milliarde US Dollar, von der auch Opel ein fettes Stück abbekommen sollte. Doch dies ist längst Vergangenheit. Heute hat sich die Vision als eine Utopie erwiesen und General Motors geht den gegenteiligen Weg. Dass dies genau der falsche Weg ist, kann man dabei selbst als Laie erkennen. Ein Radikalschlag bringt sicher keine Lösung, aber der Vorstand von GM hat sich inzwischen wahrscheinlich schon so sehr verzettelt, dass man gar nicht mehr anders handeln kann – und damit wahrscheinlich dem ganzen, einstmals so erfolgreichen Unternehmen – den finalen Todesstoß versetzt.

Während uns das Thema Opel weiter stark beschäftigt, kommt eine andere ungute Botschaft von einem weiteren deutschen Autobauer. Ab morgen stehen bei Volkswagen (den Besuchern unseres Portals wird deren Tochter, die Volkswagen Bank, mit Produkten wie Girokonto oder Sofortkredit bekannt) die Bänder still, und das gleich in mehreren Werken. Von Montag bis Freitag heißt es dann für gut 61.000 Mitarbeiter des Autoherstellers fünf Tage Zwangsfreizeit. Die restlichen 32.000 Mitarbeiter arbeiten im gewohnten Rhythmus weiter. Betroffen sind von der krisenbedingten Produktionspause vor allem das Stammwerk in Wolfsburg, die Werke in Hannover, Dresden, Emden und Zwickau. Dies gab ein Sprecher von Volkswagen heute bekannt. Weiter geht es mit der Produktion erst wieder mit der Nachtschicht vom 1. März auf den 2. März. Von der Kurzarbeit ausgenommen sind jedoch die Auszubildenden wie auch solche Mitarbeiter, die sich gerade in einer Weiterbildung befinden. Bereits vor einigen Wochen hatte der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen, Martin Winterkorn, das Thema Kurzarbeit durchaus in den Bereich des Möglichen gestellt. “Bis heute noch nicht, aber ich schließe es nicht aus.” sagte er am 11. Januar dieses Jahres und nun ist es also doch soweit gekommen.

Dies ist das erste Mal seit 25 Jahren, einem ganzen Vierteljahrhundert also, dass VW in die Kurzarbeit gehen muss. Das Unternehmen rechnet für dieses Jahr mit einem Einbruch des Absatzes von zehn Prozent. Keine gute Prognose also für das Jahr, in dem die Krise weiter ihre Kreise zieht – und auch keine gute Prognose für die eigene Banktochter, denn parallel wird wohl auch die Nachfrage nach Autofinanzierungen zurück gehen. Und auch die Abwrackprämie nützt Volkswagen in diesem Fall wenig. Die Fahrzeuge, die derzeit wie warme Semmeln verkauft werden, die Kleinstwagen, werden von VW gar nicht in Deutschland gebaut, und gerade hier gilt es, gegen die Krise anzukämpfen. Hier hat jedoch Opel die Nase derzeit vorn mit seinem Insignia, wegen dem die Kurzarbeit bei Opel zum Teil wieder gestrichen und stattdessen sogar Mehrarbeit eingeführt wurde. Vielleicht sind die Zeiten doch gar nicht so schlecht, aber es müssen eben Nischen geschaffen werden, wie in jedem anderen Wirtschaftsbereich eben auch im Moment.

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