Kredit und Finanzen

Konjunkturkrise schwächt den Arbeitsmarkt

Heute gab das Statistische Bundesamt die vorläufigen Zahlen für den Arbeitsmarkt im Dezember 2008 heraus. Dabei zeigt sich, dass die Zunahme der Erwerbstätigkeit in den letzten Monaten wieder rückläufiger war. Dies ist auf die Konjunkturschwächung zurück zu führen. Auch könnte sich diese Tendenz in den nächsten Monaten weiterführen. Die Zahlen sind zwar aufgrund der ersten Berechnungen entstanden, haben aber bereits jetzt eine große Aussagekraft.

Bundeswirtschaftsminister Glos kommentierte die Zahlen auch umgehend und bringt dabei gezielt wieder einmal das Konjunkturpaket II ins Gespräch, das erst kürzlich durch das Bundeskabinett abgesegnet war. “Der weltweite Konjunkturabschwung hat den deutschen Arbeitsmarkt erreicht. Die Arbeitslosigkeit steigt wieder an, Beschäftigung wird abgebaut. Für die Bundesregierung ist daher ein schnelles und entschlossenes Handeln oberstes Gebot. Mit dem umfangreichsten Konjunkturpaket in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wird es gelingen, Vertrauen zu schaffen, die Beschäftigung zu stützen und die Wachstumskräfte zu stärken. Steuer- und Abgabenentlastungen, Investitionen in Infrastruktur und in Bildung, die Sicherstellung der Versorgung der Unternehmen mit Darlehen und Krediten sowie flexiblere Arbeitszeitinstrumente federn den Abschwung ab und legen das Fundament für eine wirtschaftliche Erholung.”, sagte Glos und bestätigt damit indirekt auch, dass die Große Koalition gewillt ist, weiter im Kampf gegen die Krise zusammen zu arbeiten Ein Novum in einem Jahr, in dem Bundestagswahlen anstehen. Aber notwendiger als alles andere.

Die wichtigsten Auszüge aus der Arbeitsmarkt-Statistik im Überblick:

„Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Grundlage erster Berechnungen mitteilt, waren im Dezember 2008  40,53 Millionen in Deutschland lebende Personen erwerbstätig. Dies entspricht einer Zunahme um 351 000 Personen oder 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat Dezember 2007. Im Juli 2008 war die Erwerbstätigenzahl noch um 1,6 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat gewachsen. Seither hat sich der relative Vorjahresabstand von Monat zu Monat verringert. Somit macht sich die Wirtschaftskrise zunehmend auf dem Arbeitsmarkt  bemerkbar.

Im Vergleich mit dem Vormonat November 2008 waren im Dezember 2008  246 000 Personen mit Wohnort in Deutschland weniger erwerbstätig. Ein Rückgang der Zahl zwischen November und Dezember ist nicht unüblich, von der Höhe her fiel er jedoch 2008 stärker aus als in anderen Jahren. Nach rechnerischer Ausblendung üblicher jahreszeitlich bedingter Schwankungen betrug die Anzahl der Erwerbstätigen im Dezember 40,33 Millionen. Gegenüber dem Vor­monat November bedeutet dies einen saisonbereinigten Rückgang um 24 000 Personen. Es ist davon auszugehen, dass diese Entwicklung nicht nur der verhältnismäßig kalten Witterung sondern auch der geschwächten Gesamtwirtschaftslage zuzuschreiben ist.

Auf Basis der Arbeitskräfteerhebung ermittelt Destatis Erwerbslosenzahlen nach dem Konzept der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Nach vorläufigen Schätzungen lag die Zahl der Erwerbslosen im Dezember 2008 saisonbereinigt bei 3,09 Millionen. Im Ver­gleich zum Vorjahresmonat Dezember 2007 waren saisonbereinigt 300 000 Personen oder 8,8 Prozent weniger erwerbslos. Gegenüber dem Vormonat November 2008 ist die saisonbereinigte Erwerbslosenzahl um 0,3 Prozent angestiegen. Die EU-weit harmonisierte saisonbereinigte Erwerbs­losenquote für Deutschland, gemessen als Anteil der Erwerbslosen an den Erwerbspersonen insgesamt, lag mit 7,2 Prozent deutlich unter dem Ergebnis des Vorjahresmonats von 7,9 Prozent, jedoch knapp über dem Resultat vom November 2008 (7,1 Prozent).“

Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass es sich um vorläufige Berechnungen handelt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die dann endgültigen Zahlen nicht sehr von der heute herausgegebenen Statistik abweichen werden.

(Quelle: Destatis – Statisches Bundesamt)

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