Die Wirtschaftslage der Bundesrepublik Deutschland im November 2008
Die Folgen der weltweiten Finanzkrise werden nun auch mehr und mehr hier in Deutschland spürbar. Es sind schon lange nicht mehr nur die USA, die mit der Finanzkrise zu kämpfen haben, sondern mittlerweile auch viele andere Teile der Welt.
Deutschland trifft es gleich von mehreren Seiten: Zum einen durch die Banken der USA, die unter anderem auch deutschen Banken faule Kredite verkauften und zum anderen durch weitere wichtige Handelsländer, mit denen Deutschland Handel betreibt. Zu diesen Ländern gehört zum Beispiel auch Japan, welches momentan am Rande der Rezession steht. Auch in großen Schwellenländern, deren Wirtschaft stetig wuchs, schwächelte diese in den letzten Wochen enorm. Folglich müssen beinahe alle wichtigen Industriestaaten spürbare Abwärtsbewegungen beobachten.
Angesichts dieser schwächelnden Konjunktur brachte die Bundesregierung in Abstimmung mit den dazugehörigen Partnerländern Maßnahmenpakete zur gesamten Stabilisierung aller Finanzmärkte auf den Weg. Zudem sei es wichtig, dass sich die Konjunktur wieder erholt und das somit die Wachstumsperspektiven gesichert werden. Auch hierzu wurden entsprechende Maßnahmenpakete auf den Weg gebracht.
Nachdem die Konjunktur bereits im 1. Halbjahr 2008 ein wenig zurückgegangen ist verzeichnet man auch gegen Ende 2008 eher eine Verstärkung der Abschwächung als eine Verbesserung der Wirtschaftslage. Das Bruttoinlandsprodukt sank im dritten Quartal im Vergleich zum zweiten um 0,5 Prozent. Der Außenhandel dämpfte hingegen das Wachstum im dritten Quartal dieses Jahres per Saldo. Für die Folgemonate und für den Beginn des neuen Jahres 2009 sind keine schwunghaften oder enormen Veränderungen dieser schlechten Werte zu prognostizieren.
Die gesamte Wirtschaft wird auch im nächsten Jahr auf eine harte Probe gestellt. Die Nachfrage wird in absehbarer Zeit keinesfalls bemerkbar steigen und die Industrie wird auch weiterhin Stellenstreichungen bekannt geben müssen.
Ein kleiner positiver Aspekt ist der Fall der Preise für Rohstoffe und Energieträger. Hier fielen die Preise in letzter Zeit sehr stark, da die Nachfrage wie bei allen anderen Gütern stark gesunken ist und die Händler auf ihrem Öl und sonstigen Rohstoffen sitzen blieben. Dies führt folglich zu einer Senkung der Herstellungskosten und führt somit zu günstigeren Preisen in sämtlichen Branchen. Somit könnte unter Umständen erwartet werden, dass die Kaufkraft in ferner Zukunft wieder steigen wird, da die vorher erwähnten Produkte wieder günstiger herstellen können.
Nun hat ein Fall der Energie- und Rohstoffpreise allerdings auch eine negative Folge: Die Einnahmen durch Rohstoffexporte für die betroffenen Länder sinken. Auch sinkt das Interesse im Ausland an deutschen Produkten, beispielsweise aus der Maschinenindustrie. Der Export war – grob gesagt -, der maßgebliche Faktor für die schlechten Zahlen im dritten Quartal. Prozentual gesehen sanken die Zahlen im dritten Quartal im Gegensatz zum Zweiten um 1,3 Prozent. Die am größten spürbare Veränderung gab es im September: 3,6 Prozent weniger Export.
Die Bundesagentur für Arbeit hat im letzten Quartal des Jahres keine schlechten Nachrichten zu vermelden. Nach Angaben des Amtes werden sich die Folgen der aktuellen Finanzkrise erst zu Beginn des Jahres 2009 durch steigende Erwerbslosenzahlen bemerkbar machen. Im Oktober sank die Zahl der Arbeitslosen noch um saisonbereinigte 26.000. Erstmals konnte die Agentur für Arbeit seit 1992 wieder bekannt geben, dass in Deutschland weniger als 3 Millionen Menschen erwerbslos sind – in genauen Zahlen 2,997 Millionen. Im Gegensatz zu 2007 sind etwa 437.000 weniger Arbeitslose gemeldet. Bundesweit sank die Quote der Arbeitslosigkeit auf 7,2 Prozent.
Auf dem Rohstoffmarkt bleibt weiterhin eine ruhige Atmosphäre zu erwarten. Nachdem ein Barrel Öl noch im Juli dieses Jahres etwa 150 US Dollar gekostet hat, ist die gleiche Menge inzwischen schon teilweise für unter 50 US Dollar zu haben.
