Kredit und Finanzen

Riester Rente: Sicherheit wird immer mehr in Frage gestellt

Wie sicher ist die Riester Rente wirklich? Diese Frage stellen sich immer mehr Bürger hierzulande – und kommen zum Schluss, dass es um die Sicherheit dieser durch den Staat geförderten Privaten Altersvorsorge nicht so gut bestellt ist. Spätestens seitdem die Finanzkrise 2008/2009 auch Deutschland erreicht hat, geht es bergab mit der Riester Rente, und der Altersvorsorge allgemein. Während zuvor viele auf das "Riestern" gesetzt hatten, auch weil diese Art der Privaten Altersvorsorge sowohl als sicher wie auch als pfändungssicher galt, hat sich der Wind inzwischen gedreht. Immer weniger Verbraucher glauben noch an die Sicherheit der Altersvorsorge, wie eine aktuelle Studie der Postbank ergab, die repräsentativ vom Allensbach-Institut erstellt wurde – und verlieren damit natürlich auch die Bereitschaft, in eine solche Vorsorge für ihr Rentenalter zu investieren. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der neue Trend bei der Vorsorge angedeutet, wie die Studie in 2011 ergab.

Michael Meyer, der Retailvorstand der Postbank, sagte im Rahmen der Studien-Veröffentlichung: "Alarmierend ist, dass die Bereitschaft zur privaten Altersvorsorge immer weiter sinkt. Wir müssen davon ausgehen, dass es sich hier nicht um eine kurzfristige Erscheinung handelt, sondern um einen längerfristigen Trend." Vor allem getrieben wird dieser gesellschaftliche Umschwung durch die Krise in der Eurozone. 52 Prozent und damit mehr als die Hälfte der hierzulande berufstätigen Bürger sorgt sich wegen der Krise verstärkt um ihre eigene Versorgung im Alter. Dennoch ist es  nicht nur die Angst, die Bürger abhält, Altersvorsorge-Verträge abzuschließen. Auf der anderen Seite ist es die hohe Beschäftigung in Deutschland, welche laut der Postbank viele Menschen in Sicherheit wiegt. Michael Meyer dazu: "In unseren zehn Jahresstudien haben noch nie so viele Befragte angegeben, dass sie das, was sie bisher für ihre Altersvorsorge tun, als ausreichend ansehen. Allein von den Berufstätigen sagen dies aktuell 44 Prozent."

Dies zeigt, dass auf der einen Seite die Staatsschuldenkrise in der Währungsunion einen Einfluss auf die Angst und die private Altersvorsorge nimmt, auf der anderen Seite der hohe Beschäftigungsstand zu einer „Sättigung“ und zu einer vermeintlichen Sicherheit führt – und damit zu einer Stagnation oder gar zu einem Rückgang bei der Vorsorge für das Alter. Ebenfalls rückläufig sind dabei laut der aktuellen Postbank-Studie zur Altersvorsorge die Ausgaben der Bürger für die Private Altersvorsorge. Trotz einer in den letzten Jahren mitunter stark gestiegenen Inflationsrate legen die Bürger hierzulande immer weniger Geld für ihr Rentenalter zurück. Während es 2005 durchschnittlich noch 204 Euro waren, die Berufstätige für ihre Altersvorsorge zurücklegten, sind es inzwischen nur noch 185 Euro im Monat. Dies bedeutet einen Rückgang um knapp zehn Prozent und zeigt das Dilemma der Privaten Altersvorsorge auf.

Dabei wird die Altersvorsorge der Bürger immer wichtiger, um eine später auftretende Versorgungslücke bereits im Vorfeld schließen zu können. Dies gelingt auch durchaus, mit der richtigen Anlage, die durchaus auf mehreren „Beinen“ stehen kann. Umso besser die Vorsorge gestreut ist, zum Beispiel mit Sachwerten wie Immobilien, umso besser sind die Chancen, im Alter nicht auf einen gewissen Lebensstandard verzichten zu müssen und vor der Altersarmut geschützt zu sein. Dabei sollte man jedoch gerade bei Riester Renten Verträgen nicht nur auf die versprochene Rendite achten, sondern auch auf die Kosten des Vertrags und die Berechnung der garantierten Rente ab dem Renteneintrittsalter. Die Riester Rente ist durchaus bei weitem nicht immer so schlecht wie ihr Ruf es darstellen mag. Doch nicht jeder Riester Vertrag ist gleich gut – vor allem bei den Kosten wie auch bei der Garantierente geht die Schere bei der Privaten Altersvorsorge weit auseinander.

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