Kredit und Finanzen

Riester Rente: Wer will die Millionen?

Es ist eine erstaunliche Meldung von der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen: Millionen Riestersparer verzichten auf Ihre staatlichen Zulagen.

Sie verzichten auf die staatliche Förderung, da Sie den nötigen Antrag für die Förderung einfach nicht stellen. Zur Zeit der Einführung der Riester Rente musste jeder Riestersparer jährlich die Förderung beantragen. Dieses Verfahren ist seit Januar 2005 jedoch enorm vereinfacht worden durch eine Art „Dauerförderungsauftrag“, sprich wenn man einmal die Förderung beantragt hat, bekommt man die Prämie jedes Jahr automatisch, nur noch Änderungen z.B. durch einen Arbeitsplatzwechsel müssen gemeldet werden.

Trotz alledem haben im Jahr 2004 1,4 Millionen Riestersparer ihre Förderung nicht beantragt, im Jahr 2005 waren es sogar 1,9 Millionen. Die Förderung kann bei einer Familie mit zwei Kindern über 500 Euro betragen (114 Euro je Ehepartner plus 138 Euro je Kind).

Der Verbraucherschützer Arno Gottschalk bringt es auf den Punkt: “Ohne Zulagen wird die Förderrente zu einer Verlustrente“.

Dass die Riester Rente etwas Sinnvolles für die private Rentenversicherung ist, ist im Allgemeinwissen der meisten Bürger angekommen. So gab es alleine im letzten Jahr über 2 Millionen neue Riesterverträge.

Jetzt fragt man sich natürlich, woran liegt das? Sparen die Menschen schon soviel, dass Sie auf die Zulagen des Staates verzichten können? Wollen Sie dem Finanzminister das Geld nicht wegnehmen, damit er sinnvollere Sachen angehen kann? Alles sehr unwahrscheinlich, die Antwort ist wahrscheinlich viel nahe liegender, die Riestersparer wissen zum Großteil nicht, dass Sie die Förderung beantragen müssen oder wissen nicht wie Sie zu beantragen ist.

Der Verbraucherschützer Gottschalk mutmaßt, dass vielen Verbrauchern die Riester Rente quasi aufgeschwatzt wird. Die Banker oder Versicherungsvertreter sind sicherlich sehr gut daran, die Leute dazu zu bewegen ihre Unterschrift dort zu tätigen, wo es wichtig ist.

An der Beratung mangelt es aber oft. Im optimalen Fall würde ein Finanzberater den Riestersparer am Ende des ersten Vertragsjahres auch einfach an das Ausfüllen des Dauerzulagenantrags erinnern. Im Finance Blog finden wir so ein Erinnerungsposting.

Maximale Förderung

Ein zweiter Punkt, den die Studie der Zentralen Zulagenstelle für Altervermögen (Zfa) zu Tage bringt ist, dass sehr viele Riestersparer nicht die vollen staatlichen Zulagen erhalten.

Die vollen Zulagen erhält nur, wer im aktuellen Jahr mindestens drei Prozent seines Vorjahresbruttoeinkommens, maximal jedoch 1575 Euro, einzahlt. Ab 2008 werden daraus dann vier Prozent oder maximal 2.100 Euro pro Jahr. Laut Studie erhielten im Jahr 2004 nur 63 Prozent aller Zulagenberechtigten die volle Förderung, im Jahr 2002 waren es noch fast 75 Prozent, dies liegt sicherlich an der Anhebung des Prozentsatzes von 1 Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens auf 3 Prozent.

Fazit:

Beantragen Sie die Förderung mit Hilfe des Dauerzulagenantrages und schauen Sie,

welchen monatlichen Betrag sie sparen müssen, um die maximale staatliche Förderung zu erhalten.

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