Lohnt sich die Riester Rente mit 50 noch?
Das Leben hat sich längst verändert in unserem Land. Die Lebenserwartung ist stark angestiegen, auch die Möglichkeiten der Geldanlage sind so vielfältig geworden, dass längst keiner mehr den richtigen Überblick hat, sei er nun Laie oder sogar Finanzexperte. Auch die Altersvorsorge hat in den letzten Jahren neue Wege gefunden, die Gesetzliche Rentenversicherung wurde ergänzt durch Riester Rente und Basisrente. Die staatliche Förderung, sei es unmittelbar durch geldliche Förderung, oder mittelbar, durch steuerliche Erleichterungen, ist sicherlich ein Faktor, der für diese beiden Arten der Privaten Altersvorsorge spricht- Dennoch haben auch diese beiden Formen, gerade die Riester Rente, ein dickes Aber, dem man sich auch stellen muss, wenn man realistisch sein möchte.
Zwar ist die Riester Rente mit Sicherheit eine der besten Möglichkeiten, sich privat für das Alter und die Rentenzeit abzusichern. Das Aber ist jedoch enthalten in der Frage: Bis zu welchem Alter lohnt sich ein Riester Renten Vertrag überhaupt noch? Eine genaue Jahres- bzw. Alterszahl kann nicht gemacht werden, dafür sind die einzelnen Riester Verträge unterschiedlich aufgebaut, manche lohnen sich mehr, andere hingegen bringen schon ab 30 nicht mehr wirklich das unter dem Strich als garantierte Rente, was sich noch lohnen würde. Dies aber ist mit einer der Kritikpunkte an der Riester Rente. Es ist nicht klar abzusehen, wann sich ein Vertrag wirklich lohnt – und oftmals lohnt er sich eben gar nicht, es sei denn man erreicht ein Rentenalter von 90 Jahren, was jedoch weit über der durchschnittlichen Lebenserwartung liegt, die es im Moment gibt.
Wer jedoch zur Generation 50 plus gehört, dem nützen weder Riester Rente noch Rürup Verträge etwas. Das eingezahlte Geld in die Altersvorsorge ist dann zugleich auch verpulvertes Geld, trotz der staatlichen Förderung. Denn: Die Kosten für die Riester Renten Verträge sind oft derart hoch, dass ein Großteil der Förderung, die der Staat dazuzahlt, geschluckt wird.
Bei jemandem, der in die reiferen Jahre gekommen ist, wird die Zeitdauer der Förderung natürlich auch kürzer sein als bei jemandem, der mit 20 Jahren seine Riester Rente abschließt und dann 40 Jahre und mehr in seinen Vertrag zur Privaten Altersvorsorge einzahlt. Das heißt, realistisch betrachtet: Die Riester Rente bringt nicht mehr wirklich etwas für den, der die 40, wenn nicht gar 50 überschritten hat. Dies bedeutet aber auch, es müssen andere Wege gefunden werden, Geld für das Rentenalter anzulegen, als die staatlich geförderte Riester Rente.
Hier heißt es dann aber auch, sich für eine sichere Geldanlage zu entscheiden, denn wer Risikoanlagen wählen möchte, der kann dann auch die Riester Rente mit einem entsprechenden Vertrag mit niedriger garantierter Rente und hohem Anlagerisiko gewählt werden.
Eine Möglichkeit ist es, eine Immobilie zu kaufen, und damit schon den Lebensraum für das Alter zu schaffen. Dies ist zwar in den meisten Fällen nur indirekt eine Form der Geldanlage, da nicht jede Immobilie im Wert steigt, es sei denn, man kauft sie auf Sylt, wo die Immobilienpreise im Durchschnitt alle zehn Jahre auf das Doppelte steigen. Wer aber als Otto Normalverbraucher kann sich aber eine Immobilie auf Sylt leisten? In den meisten Fällen niemand. Beim Kauf der Immobilie sollte jedoch darauf geachtet werden, sich nicht zu hoch und vor allem auch nicht zu lang zu verschulden. Je älter ein Mensch wird, desto schwieriger wird die Lage auf dem Arbeitsmarkt, das haben gerade die letzten zwei Jahrzehnte gezeigt.
Wer keine Immobilie kaufen möchte, aber auch die Kostenfalle Riester Rente umgehen möchte, der kann sein Erspartes auch als Festgeld anlegen. Hier gibt es für einen bestimmten vorgegebenen Zeitraum einen festgelegten Zinssatz. Im Moment ist diese Anlagemöglichkeit jedoch eher auf Ende nächsten Jahres zu verschieben, da bei den meisten Anbietern für Festgeldkonten die Zinsen gerade auf sehr niedrigem Niveau liegen. Wir empfehlen deshalb die kurzfristige Anlagen auf einem Tagesgeldkonto, und den Abschluss eines Festgeld-Vertrages ab Mitte oder Ende nächsten Jahres, wenn die Zinsen aller Voraussicht nach wieder steigen werden. Einen entsprechenden Tagesgeld-Vergleich und Festgeld-Vergleich bietet Ihnen zum Beispiel das Portal tagesgeldrechner.info auf seinen Seiten an. Wer jedoch trotz allem ein wenig Risiko haben möchte, der kann sein Geld auch in Aktien oder in Aktienfonds anlegen.
Eines ist jedoch wichtig bei der Geldanlage, gerade bei der für die Rentenzeit: Niemals alles Geld auf eine einzige Anlageart setzen, sondern das angelegte Geld sollte immer verteilt werden auf mehrere Möglichkeiten, damit nicht volles Risiko gefahren wird. Dann hat man auch mit 50 plus noch gute Chancen, im Alter ein hübsches Sümmchen angespart und damit den zukünftigen Lebensstandard gesichert zu haben.
