Kredit und Finanzen

Riester Rente lohnt sich nicht?

Zu diesem Ergebnis kamen zumindest aktuelle Studien der Freien Universität Berlin. Denn bei der Riester Rente gehen die Versicherer derzeit noch von einer sehr hohen Lebenserwartung aus. Dadurch sinken die monatlichen Rentenbeiträge, die zudem noch voll versteuert werden müssen. Laut den aktuellen Beispielberechnungen muss ein Mann, der mit 30 Jahren beginnt, in die Riester Rente einzuzahlen und ein Einkommen von 52.500 Euro im Jahr erreicht, mindestens 92 Jahre alt werden, um seine eingezahlten Beiträge inklusive Verzinsung zurück zu erhalten.

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Mannes liegt jedoch nur bei 78 Jahren. Frauen kommen auf 83 Jahre. Für die Herren der Schöpfung wird es damit besonders schwierig, eine Riester Rente abzuschließen, die sich auch tatsächlich lohnt. Lediglich die Geringverdiener können von der Riester Rente profitieren, wie die Berechnungen eindeutig zeigen. Wer mit 30 Jahren beginnt, in die Riester Rente einzuzahlen und ein jährliches Bruttoeinkommen von gerade einmal 18.000 Euro erzielt, muss „nur“ 71 Jahre alt werden, um seine Beiträge inklusive Zinsen aus der Riester Rente heraus zu bekommen.

Die Versicherer berechnen aktuell eine Lebenserwartung, die im Schnitt etwa zehn Jahre höher liegt, als die tatsächliche, durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen. Deshalb wird es kaum jemand schaffen, sich die eingezahlten Beiträge inklusive Verzinsung auszahlen zu lassen. Ein ebenfalls sehr negativer Beigeschmack ist darin zu sehen, dass bei einer Riester Rentenversicherung zum Beispiel im Todesfall kein Erbanspruch besteht. Dieser ist lediglich dann gegeben, wenn dieses Erbe auch vertraglich vereinbart wurde, wofür jedoch in der Regel mit zusätzlichen Beiträgen zu rechnen ist.

Aufgrund dieser Berechnungen der Versicherer zeigt sich deutlich, dass die Riester Rente nur sehr bedingt zu empfehlen ist, wenn man seine eingezahlten Beiträge daraus zurück erhalten möchte. Das hat mittlerweile sogar die Politik erkannt, so kritisiert selbst Walter Riester, der Begründer der Riester Rente, dass die Versicherungen mit einer zu hohen Lebenserwartung der Menschen rechnen, wodurch die monatlichen Rentenzahlungen zu niedrig ausfallen.

Eigentlich wünscht sich Riester, dass mehr Menschen von der Riester-Rente Gebrauch machen können, insbesondere die Selbstständigen, welche derzeit nur über die so genannte Basisrente vorsorgen können, sollten mit in den förderwürdigen Kreis aufgenommen werden. Allerdings sieht er das Ganze auch realistisch und solange die Versicherer nichts an ihren Berechnungsmethoden ändern, wird die Riester Rente wohl weiterhin wenig lohnenswert bleiben.
Fraglich ist aber, wie ernst gemeint die Aussagen von Walter Riester zu nehmen sind, denn er hat das Lager der Politik ins Lager der Versicherer gewechselt, er arbeitet jetzt für die Union Invest.

Etwas anders sieht bzw. mit etwas Humor sieht dies der Blogger von fonds-rente.com, er beschreibt die Parameter, die man wissen müsste um zu berechnen, ob sich die Riester Rente lohnt, z.B. Anzahl der zukünftigen Kinder, Lebenserwartung, Heirat etc. und meint als Abschlussfazit Riestern sei wie Lotto spielen nur mit viel besseren Chancen etwas zu gewinnen.

Etwas härter geht folgender Webmaster mit der Riester Rente ins Gericht, er nennt sie schlicht „staatlich geförderte Abzocke“ und verweist auf die angeblich sicheren Häfen Gold und Silber.

Ein Kommentator erwähnt, dass der Vertriebsbranche dies schon seit langem bewusst ist, doch wegen der hohen Prämien diese Fakten verschwiegen wurden. Immer häufiger liest man auch die Theorie, dass die gesetzliche Rente absichtlich geschwächt wurde um die private Altersvorsorge in den Mittelpunkt zu stellen, einen sehr ausführlichen Hinweis, der diese Strömung aufgreift findet man hier.

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