Kredit und Finanzen

Krankenkassen geben Überschuss weiter

Laut Statistik haben die gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr mehrere Milliarden Euro Überschuss erwirtschaften können. Die Kunden von den verschiedenen Kassen können jetzt auf eigene Art und Weisen der Kassen sparen.

Die Versicherten der AOK zum Beispiel werden in diesem Jahr voraussichtlich keine Zusatzbeiträge mehr zahlen müssen. Der Jahresabschluss ist zwar noch nicht vollkommen fertig, doch schon jetzt steht fest, dass die Kassen ein enormes positives Ergebnis erwarten können. Alleine die AOK hat einen Überschuss von 811 Millionen Euro zu verzeichnen. Ob jedoch komplett auf Zusatzbeiträge verzichtet wird, ist noch unklar, zumindest wollen die Ersatzkassen es versuchen, wie man im Artikel „Krankenkassen machen wohl doch Milliarden-Plus“ lesen kann.

Die Barmer zum Beispiel hat 223,4 Millionen Euro Überschuss auf dem Konto und die Techniker Krankenkasse 199 Millionen Euro. Neben der AOK können also auch noch andere Kassen, wie zum Beispiel auch die DAK, die 148,3 Millionen Euro Überschuss hatte, die Zusatzbeiträge in diesem Jahr entfallen lassen. Andere Kassen wiederum denken darüber nach, ihren Kunden eine Prämie auszuzahlen. Der Blogger UnsereBRD.de prangert in seinem Artikel „1 Milliarde Überschuss“ an, dass die Überschüsse nicht komplett den Beitragszahlern zugute kommen. In Zeiten wo das Geld knapp ist, wird schnell nach dem Gemeinschaftssystem gerufen, sprich die Beiträge steigen, doch wenn es Überschüsse gibt, sieht die Gemeinschaft davon selten etwas, oder nur einen Bruchteil.

Ab dem 1. Januar 2009 gab es eine neue Gesundheitsreform, bei der die Beiträge für die Kassen angeglichen wurden. Dennoch geraten immer mehr kleinere Kassen in wirtschaftliche und finanzielle Schwierigkeiten. Es gibt in Deutschland keine 200 Krankenkassen mehr und die Zahl hat wieder einen Tiefstand erreicht. Deshalb nehmen auch die Fusionen der Krankenkassen zu. Momentan gibt es noch 197 Kassen, wobei es Ende 2008 noch 209 waren. Die Regierung wusste zwar, dass sich diese Zahl senken wird, aber mit diesem schnellen Verlauf hat niemand gerechnet.

Die Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ist der Meinung, dass sich die Anzahl der Kassen noch weiter senken müsste. Selbst 50 Krankenkassen reichen aus, um einen gesunden Wettbewerb zu betreiben. Außerdem würde es weniger Vorstände geben und die Kassen könnten weiter Einsparungen machen. Über die neuen Gesundheitsfonds ist die Finanzierung der Kassen zudem sehr gerecht geregelt, meinte sie. Kassen, die einen höheren Anteil an Schwerkranken haben, können mehr Geld als Risikoausgleich erhalten. Die Manipulation an diesen Geldern soll durch ein Aufsichtsgremium verhindert werden.

Dass im Jahre 2008 überhaupt ein Überschuss erzielt werden konnte, trifft die Krankenkassen und das Gesundheitsministeriums überraschend. Bereits in den ersten drei Quartalen musste ein Fehlbetrag verzeichnet werden von 1,5 Milliarden Euro. Im besten Falle hätten die Kassen hier eine schwarze Null am Jahresende haben müssen. Im Jahr 2007 konnte jedoch ein noch größerer Überschuss erzielt werden. Die Gesundheitsministerin erklärte, dass mit dem Überschuss die Gesetzliche Krankenversicherung wie geplant entschuldet werden konnte, mehr dazu könnt ihr hier lesen.

Die Kassen können jetzt selber über das überschüssige Geld bestimmen, da es nicht dem neuen Gesundheitsfonds zugute kommt, obwohl dieser einen Fehlbetrag aufweist. Die Regierung ist selber dafür verantwortlich, dass der Fehlbetrag mit einem Darlehen an den Fonds ausgeglichen wird. Dieses Darlehen kann jedoch frühestens im Jahre 2011 zurück bezahlt werden. Dementsprechend wird sich zeigen, ob die Krankenkassen auf eine langfristige Lösung setzen, oder ob Sie das Geld jetzt ausgeben, anstatt es zu sparen und 2011 dem Staat zurückzuzahlen. Es bleibt weiter spannend, wie sich das Gesundheitswesen in Deutschland entwickelt.

lh

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