Kredit und Finanzen

Bringt die Abwrackprämie am Ende doch nur Schulden für die Bürger mit sich?

Die Aufstockung der Abwrackprämie ist nun beschlossene Sache. Auf fünf Milliarden Euro wird der ursprünglich nur 1,5 Milliarden Euro betragende Topf für die Förderung des Kaufes von Neuwagen nun erhöht. Die einen hatten diese Erhöhung gefordert. Die anderen kritisieren sie nun auf das Heftigste. Doch nicht nur aus der Opposition kommen die warnenden Stimmen, auch die Wirtschaftsweisen sehen angesichts der Aufstockung der Abwrackprämie drohendes Ungemach auf Deutschlands Bürger zukommen.

Heute sagte Wolfgang Franz, der Chef der Wirtschaftsweisen, im ZDF: “Man sollte diese Subventioniererei sein lassen. Das ist im Prinzip eine Subvention einer bestimmten Branche, und Subventionen haben nun mal die Eigenschaft, dass sie wettbewerbsverzerrend wirken.”

Franz hat sicher recht in dem, was er sagt, da die Abwrackprämie hauptsächlich zum verstärkten Absatz von Kleinstwagen und Kleinwagen beiträgt. Auf der anderen Seite stärkt sie zugleich die Autohändler, die Zulieferer und auch die Banken, welche verstärkt Kleinkredite und Autokredite für die Finanzierung der so begehrten Neuwagen vergeben, dies darf nicht vergessen werden bei all der Kritik.

Der Wirtschaftsweise sagte aber weiter: „Nichts geht an der Tatsache vorbei, dass irgendjemand dafür bezahlen muss”. Natürlich, auch das stimmt. Die Abwrackprämie ist ein zweischneidiges Schwert, die einen profitieren, die anderen nicht, manche müssen sogar draufzahlen. Aber dies ist immer so bei Subventionen. Anders als die Subventionen zum Beispiel hilft die Abwrackprämie weitaus mehr Unternehmen als nur einer begrenzten Anzahl.

Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg betonte inzwischen wiederum, dass die Abwrackprämie definitiv nur bis zum 31. Dezember dieses Jahres laufen werde. „Und danach ist Schluss. Für Dauersubventionen stehe ich nicht zur Verfügung”, sagte er zu den Spekulationen, dass die Abwrackprämie auch über dieses Jahr hinaus laufen könnte. „Ich wollte unbedingt eine Grenze, damit keine Dauersubvention entsteht. Das ist erreicht, dafür trage ich die fünf Milliarden mit.” sagte der Fraktionschef der Union, Volker Kauder, der „Süddeutschen Zeitung“.

Heute gab es jedoch weitere schlechte Nachrichten aus der Autobranche. So musste der Cabrio-Spezialist Karmann am heutigen Tage Insolvenz anmelden. Auf der einen Seite feiern Autohersteller wie VW und Opel ihre gestiegenen Umsätze dank der Abwrackprämie, auf der anderen Seite gehen Traditionsunternehmen aus der Autobranche zugrunde. Das ganze Unternehmen Absatzförderung ist und bleibt also weiter ein zweischneidiges Schwert…

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