Angela Merkel ruft zur Spitzenrunde ins Kanzleramt
Die Krise der Finanzwirtschaft geht weiter, und hat sich inzwischen nicht nur auf die Autoindustrie ausgedehnt in unserem Land. Nachdem nicht einmal die Senkung des Leitzinssatzes durch die EZB Hilfe für unsere Wirtschaft gebracht hat und Unternehmen reihenweise Probleme bei der Finanzierung mit Bankkrediten melden, ruft unsere Bundeskanzlerin in genau einer Woche zu einem Spitzengespräch zu ihrem Arbeitsplatz, dem Bundeskanzleramt.
Dort soll sich eine Expertenrunde der höchsten Kategorie zu Beratungen zusammenfinden, welche ein Lagebild der nächsten Monate zeichnen soll, um einen geeigneteren Plan für die Bekämpfung der Finanzkrise zu entwerfen, die sich inzwischen zu einer regelrechten Wirtschaftskrise entwickelt hat.
Antreten zu dem sonntäglichen Rapport bei der Kanzlerin soll unter anderem Frank-Walter Steinmeier, der Vizekanzler und zugleich der Kanzlerkandidat der SPD für die kommenden Bundestagswahlen ist. Und auch Peer Steinbrück, unser Finanzminister und Michael Glos, unser Wirtschaftsminister sowie Arbeitsminister Olaf Scholz werden bei den mehrstündigen Beratungen anwesend sein. Außerdem kommen an den Krisentisch: Einige Wirtschaftswissenschaftler, die Experten sind auf ihrem Gebiet, und Vertreter der Landesbanken, der Sparkassen und der privaten Banken.
Eine illustre Runde also, die sich da nächsten Sonntag an den Krisentisch setzen wird, um Lösungen zu finden, welche einen schnelleren Weg aus der Rezession bedeuten würden. Unsere Bundeskanzlerin sagt in der morgigen Ausgabe der „BILD“ dazu: „Am kommenden Sonntag geht es in einer gemeinsamen Analyse um größtmögliche Klarheit über die wirtschaftliche Entwicklung 2009. Ich bleibe dabei, mir alle Optionen offen zu halten. Aber ich halte nichts davon, jeden Tag über eine andere Möglichkeit öffentlich zu spekulieren.“ Es geht dabei um das wichtigste Ziel, welches die Bundesregierung ausgegeben hat: Die Erhaltung so vieler Arbeitsplätze wie möglich.
Denn Merkel glaubt an einen Weg aus der Krise nur in der Zusammenarbeit vieler Fachleute, seien es nun Banker, Wirtschaftswissenschaftlicher oder Politiker, deren Gebiet von der Finanzwirtschaftskrise betroffen ist. „Für eine gezielte Antwort auf die kommende wirtschaftliche Entwicklung brauchen wir eine umfassende und sorgfältige Analyse, zu der ich ausgewählte Experten einladen werde.“ sagte sie deshalb in dem Interview mit der „BILD“. Und: „In den kommenden Jahren brauchen wir auch wegen der demographischen Entwicklung unsere Fachkräfte für die deutsche Wirtschaft.“
Bei dem Treffen scheint es – zumindest bis jetzt – nicht um neue Konjunkturpakete zu gehen. Da jedoch so viele Experten anwesend sind, bleibt zu hoffen, dass unsere Kanzlerin sich doch noch ein paar mehr Gedanken macht um Steuersenkungen und Steuergutschriften schon vor den nächsten Bundestagswahlen.
