Kredit und Finanzen

Das Beben hört nicht auf

Die Immobilienkrise in den USA hat die ganze Welt in Schrecken versetzt, die Finanzmärkte kamen ins Beben. Niemand konnte sich davon freisprechen, nicht plötzlich auch um sein Geld Angst zu haben.Die Aktienmärkte rutschten weltweit ab und nicht nur in den USA war das Schreckgespenst Rezession in aller Munde. Wie es zu dieser Krise kam, kann der Anleger kurz und leicht nachvollziehbar zusammengefasst hier nachlesen: „Kurz erklärt: Subprime-Krise“. Wer sich einmal auf wirklich kurzweilige Lesart einen Überblick über die aktuellen Bewegungen an den Weltbörsen im Zusammenhang mit der Subprime-Krise informieren will, dem sei der Spiegelfechter-Blog und sein Beitrag „Hühner und die Rezession“ empfohlen!

Doch nun zeigt sich wohl mehr und mehr, dass nicht nur die sinkenden Preise für Immobilien der Grund für die Talsohle der weltweiten Aktienmärkte waren. Neben der Milliardenzockerei des Herrn Jérôme Kerviel (selbst Journalisten erkennen, wie es unter „Jerome Kerviel und Recherche 2.0“ so treffend formuliert wird, wie wichtig es zur Datensammlung auf alle Mittel des Internet zuzugreifen), der seine Vorgesetzten beschuldigt, die Augen verschlossen zu haben, kommt nun neue Brisanz in die ganze Immobilien- und Finanzkrise.

Das „Wall Street Journal“ berichtet von Ermittlungen des FBI gegen 14 Unternehmen. Darunter sind auch Banken zu finden, welche für die Vergabe von Krediten zuständig sind. Und eben Unternehmen, die Forderungen auf Immobilienkredite kaufen und verkaufen. Namen sind jedoch laut des „Wall Street Journal“ noch nicht bekannt. Es geht um die bösen Worte Insiderhandel und Bilanzbetrug. Sollte sich dies bewahrheiten, würde wieder einmal mehr gezeigt werden, dass viele Menschen von wenigen in den Ruin geritten worden sind. Business as usual scheint wieder mal zu bedeuten: Geld und die rücksichtlose Gier danach, ohne Rücksicht auf Verluste gerade bei kleineren Anlegern.

Im Zuge der Immobilienkrise kommt es wohl zu weltweiten Verlusten von weit über 300 Milliarden Euro, die allein die darin involvierten Unternehmen aufgrund des Ausfalls zahlloser Kredite sowie des Wertverfalls bei verbriefen Wertpapieren aus Hypothekenforderungen. abschreiben müssen. Die Verluste der betroffenen Hausbesitzer, die nun ohne Haus und mit einem großen Schuldenberg dasitzen, berechnet niemand mit ein.

Das FBI prüft übrigens auch, ob Banken der Wall Street wichtige Informationen nicht weitergegeben haben. Hierbei soll es sich um hochrisikoreiche verbriefte Wertpapiere handeln. Es geht also weiter mit der Suche nach den Schuldigen für das finanzielle Fiasko eines ganzen Landes. Bei einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der europäischen G-8-Staaten wurde nun der Ruf nach einem Frühwarnsystem laut. Wie dies jedoch genau aussehen sollte, das wusste beim im Zuge der Finanzkrise abgehaltenen Notgipfel der G-8 auch niemand.

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