Kredit und Finanzen

Verkaufte Kredite

Immer wieder hört man davon: Banken verkaufen die Hypothekenkredite der Eigenheimbesitzer. Und einige dieser Verkäufe stellen ein riesiges Problem dar. Oft können nicht schnell genug Anschlussfinanzierungen gefunden werden, wenn die Laufzeit endet. Dann stellen die Käufer die restlichen Beträge sofort fällig und gehen in die Zwangsvollstreckung, wenn der Kunde nicht zahlen kann, was nicht all zu selten passiert. Auch überhöhte Zinsen werden für die Weiterführung des Darlehens oft verlangt. Die meisten Bankkunden schließen ihre Kredite bei ihrer Hausbank ab und vertrauen ihrem Bankberater, doch ist dort der möglich Weiterverkauf seines Kredites selten ein Thema.

Eine andere Variante, um die Immobilien zu verkaufen, besteht darin, dass man dem Kunden mitteilt, der Wert der Immobilie sei gesunken. Sie alleine reiche nicht mehr aus, um den Kredit abzusichern. Die Käufer der Kredite verlangen die Stellung neuer Sicherheiten, was ebenfalls kaum möglich ist. Werden diese nicht gestellt, geht es auch hier auf direktem Wege in die Zwangsvollstreckung. Der Kreditengel schreibt in seinem Blog über die Erfahrungen einer Kreditnehmerin, deren Immobilienkredit weiterverkauft wurde. Die Regierung sah sich in der Verantwortung, diese Situationen zu entschärfen.

Ein neues Gesetz, das nun verabschiedet und auch von Bundesjustizministerin Zypries befürwortet wird, soll den Kreditnehmern die Angst vor dem Verkauf ihrer Kredite nehmen. Sie sollen hierbei mehr Rechte erhalten. Sobald ihre Kredite verkauft werden, sollen sie über den neuen Vertragspartner umfassend informiert werden. So können sie sich schon frühzeitig um eine Umschuldung oder ähnliches kümmern. Ebenfalls wird es möglich, sich enger an die eigene Bank zu binden. So kann man mit ihr vereinbaren, dass der eigene Kredit nicht verkauft wird, also keine Abtretung des Kreditvertrages erfolgt.

Auf dem Kreditmarktplatz smava, der es Privatpersonen das Geld leihen von Privat ermöglicht, ist dies z.B. von vornherein ausgeschlossen, wie der Watchblog P2P Kredite berichtet.

Bestehende Kredite werden um einen Abtretungsverzicht erweitert, neue Kunden können direkt einen nicht abtretbaren Kredit aus dem Angebot wählen. Grundsätzlich sind die Banken auch zu dieser engeren Kundenbindung bereit. Jedoch lassen sich viele das Ganze auch gut bezahlen. So kann man mitunter schon Zinsaufschläge von 0,1 Prozent feststellen, wird eine solche Vereinbarung zwischen Kreditnehmer und Kreditgeber getroffen.

Aber was wären Banken, wenn sie sich nicht jedem Bedürfnis der Kunden anpassen würden? Genau und gerade deshalb verkaufen einige Banken dubiose Versicherungen gegen den Weiterverkauf von Krediten. Mehr zum Thema Kreditverkaufsschutz findet ihr im Blog von Zepernicker.

Der Finance Blogger hat sich der Thematik des Kreditverkaufs intensiv gewidmet und eine Art FAQ geschrieben. Besonders interessant ist auch der Fakt, dass der Weiterverkauf zwar sehr häufig in den Medien in letzter Zeit ist, aber nur ca. 1 Prozent der Immobilienkredite weiterverkauft wird. Somit ist der Kreditverkauf sicher nicht die Norm, sondern eher die Ausnahme. Gerade in Zeiten der Finanzkrise ist es fraglich ob sich dieser Prozentsatz nicht weiter erhöhen wird.

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