Kunden profitieren nicht vom Zinsvorteil der Banken
Banken kommen inzwischen immer günstiger an Kredite, doch die Kunden merken nur sehr wenig davon. Vor allem beim Raten- und bei Dispokredit gäbe es erheblichen Spielraum für eine Verbesserung der Konditionen, doch die Banken geben den Vorteil nicht an die Kunden weiter. Deshalb stehen schon viele Sparkassen und Banken in der Kritik.
Das Finanzgewerbe gerät immer mehr in den Mittelpunk der Kritiker, denn die Institute handeln nicht im Sinne der Kunden. Selbst Zeitungen und das Fernsehen sind diesem Fall hinterher und verfolgen das Geschehen mit offenen Augen und Ohren. Vor allem die finanziell schwachen Kunden sind dadurch noch mehr im Nachteil, da sie höhere Risikozuschläge zahlen.
Bereits in den vergangenen Monaten wurde der Leitzins der Europäischen Zentralbank auf inzwischen nur noch 1,50 Prozent gesenkt. An diese Zinsen sind jedoch viele Konditionen von Banken angelehnt, wenn sie selber Geld leihen. Somit haben die Banken einen günstigen Zugang zum Geld und verdienen mit den hohen Kreditzinsen der Kunden. Prinzipiell ist dies auch nichts ungewöhnliches, es ist die Basis jeder Bank an dieser Zinsdifferenz zu leben. Doch das aktuelle Gebaren, das Zinserhöhungen schnell an Kreditkunden weitergegeben werden und Zinssenkungen schnell nur an Geldanleger weitergegeben werden, hinterlässt schon einen schalen Beigeschmack. Dies dürfe auch laut der Regierung nicht so weitergehen. Auch die Verbraucherzentrale ist darauf aufmerksam geworden und möchte nun die Kunden der betroffenen Banken schützen.
Obwohl der Leitzins nur noch 1,50 Prozent beträgt sind gerade die Zinsen für Ratenkredite kaum gesunken, was auch ein aktueller Kreditvergleich zeigt. So kommt man zum Beispiel bei solch einem Ratenkredit von 10.000 Euro auf eine Differenz von 309 Euro, wenn man dies für einen Zeitraum von 36 Monaten betrachtet. Selbst bei einem Kleinkredit von wenigen tausend Euro würde sich ein niedrigerer Kreditzins bemerkbar machen. Auch Kunden die ihren Dispokredit in Anspruch nehmen, merken nichts von der Senkung der Leitzinsen. Die bessere Variante ist hier sogar der Ratenkredit. Wer also dauerhaft im Minus mit seinem Girokonto ist, sollte überlegen, ob er nicht stattdessen einen zinsgünstigeren Ratenkredit aufnehmen sollte.
Die Banken legen auch nach Aussage der Verbraucherzentrale zu großen Wert auf die Bonität der Kunden. Gerade finanziell schwache Kunden tragen Nachteile daraus. Sie bekommen oftmals Zuschläge auf teure Kredite, da die Bank ein höheres Risiko eingeht, ist ein höherer Zins gerechtfertigt, doch ist der Zinsaufschlag oft über dem rechtfertigten Risikoaufschlag angesiedelt. Obwohl die schwachen Familien stärker von der Finanzkrise betroffen sind, als wohlhabende Familien, wollen die Banken ihre Politik nicht ändern. Dies prangert auch der kredit-spion in seinem Artikel „Banken geben Zinsvorteil nicht weiter“ an, er sagt, dass finanzschwache Kunden so noch stärker benachteiligt werden, als sie es schon früher wurden.
Geht es um Sparzinsen, so zögern die Banken jedoch nicht lange und geben die Vorgaben der Zentralbank schnell an die Kunden weiter. So kann es passieren, dass eine Sparanlage nicht mehr wirklich beim Sparen hilft, da die Zinsen bis in den Keller fallen. Wer hier Geld beiseite legen will, der muss definitiv mit sinkenden Zinsen rechnen. Die einzigen, die von der Krise profitieren sind die Bauherren bei der Suche nach einer günstigen Baufinanzierung. Sie haben besonders günstige Hypothekenkredite. Der Blog aktuellegeldnews geht in seinem Artikel:“ Leitzins sinkt weiter: Banken geben günstige Zinsen kaum weiter“ davon aus, dass die Tagesgeldzinsen bald um die 2% liegen werden, für Anleger kein hoffnungsvolles Szenario, aber weit muss der Anlagezins ja dafür nicht mehr fallen. Glücklich können sich da die Anleger schätzen, die im Herbst letzten Jahres sich mit einem Festgeldangebot, wie z.B. von der Deutschen Bank für ein Jahr 5,25 % gesichert haben, diese zahlt aktuell auch nur noch 2,6 %, also weniger als die Hälfte.
Der Spekulantenblog weist darauf hin, dass die Weitergabe der Zinssenkungen in der Regel bis zu 9 Monaten dauert und die Banken auf Grund der Finanzkrise sich diesmal wahrscheinlich sogar noch mehr Zeit nehmen werden mit der Zinsweitergabe und sich so auf Kosten der Kunden Gesundsparen wollen. Meiner Meinung nach ist diese Entwicklung nicht nur einfach ärgerlich, sondern gefährlich, da die EZB den Zinssatz ja ausdrücklich zur Stimulation der Wirtschaft gesenkt hat um eine noch größere Rezession bzw. das Abdriften in eine Depression zu verhindern. Die Banken handeln verantwortungslos und auch, wenn der Ruf nach dem Staat in letzter Zeit etwas zu häufig zu hören ist, hier muss der Staat eingreifen, denn wenn die Banken ihr primäres Ziel, die Versorgung der Wirtschaft mit Krediten nicht erfüllt hat Sie auch keinen Anspruch auf Milliardenhilfen.
