Kredit und Finanzen

Die Schuldenberatung kommt ins Haus – Schaeffler gesteht Probleme ein

Nun ist offensichtlich, was die letzten Monate immer mehr an die Öffentlichkeit drang: Die Schaeffler-Gruppe hat sich mit der Übernahme der Continental AG kräftig verhoben. Damit unter den Folgen nicht noch das Familienunternehmen zerbricht, hat sich der renommierte Hersteller von Wälzlagern einen Schuldnerberater ins Haus geholt. Dies ist nicht etwa Peter Zwegat, der Mann für alle (Schulden-) Fälle eines privaten Fernsehsenders, dafür jedoch eine nicht minder bekannte Größe der internationalen Finanzwelt.

Houlihan Lokey soll nun (wieder) richten, was der Übernahmekampf und der Aufkauf der Aktien verursacht haben: Das Unternehmen Schaeffler wieder zur Gesundung führen. Und Houlihan Lokey  ist nicht irgendein Schuldenberater, nein, das Familienunternehmen holt sich hier ein hohes Kaliber ins Haus in Sachen Schulden. Denn das US-Unternehmen ist im Bereich von Schuldenberatung eines der bekanntesten auf dem weltweiten Finanz- und Wirtschaftsmarkt.

Ein Sprecher der Schaeffler-Gruppe bestätigte inzwischen der „Financial Times Deutschland“ einen entsprechenden Bericht über die Zusammenarbeit mit Houlihan Lokey: “Es geht um die Neustrukturierung unserer Kredite und eine langfristige Gesamtlösung”.

Derzeit leidet das Familienunternehmen, das viel zu lange brauchte, um sich selbst das finanzielle Scheitern bei der Übernahme von Continental einzugestehen, unter Schulden in Höhe von etwa 12 Milliarden Euro. Dazu kommt eine Belastung von fast 900 Millionen Euro an jährlichen Zinszahlungen für aufgenommene Kredite.

Nun muss Schuldnerberater und Krisenmanager Houlihan Lokey dafür sorgen, dass die Banken, welche Schaeffler Kredite für die Übernahme der Continental-Aktien gewährt haben, entweder auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten – oder zumindest so lange die Tilgung stunden, bis der Wälzlagerhersteller in finanzieller Hinsicht wieder genug Boden unter Füßen und Luft zum Abzahlen der Kredite hat.

Die Finanzkrise war Schaeffler bei der Übernahme von Conti in die Quere gekommen. So gab das Familienunternehmen ein Kaufangebot für die Aktien der Continental AG heraus, welches Schaeffler fast in den Ruin führte. Denn während das Übernahmeangebot für die Anteile am Autozulieferer stand, fielen die Aktien von Conti aufgrund der Finanzkrise immer mehr in den Keller und das Unternehmen verlor dadurch zusehends an Wert.

Houlihan Lokey scheint die letzte Rettungschance zu sein für die Schaeffler-Gruppe, um nicht aufgrund der richtigen Übernahme zur falschen Zeit Insolvenz anmelden zu müssen. Natürlich wird dies nicht offen gesagt, aber den renommierten Schuldenberater aus den USA mit an Bord genommen zu haben, bedeutet faktisch – leider – nichts Anderes.

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