Kredit und Finanzen

Das Warten auf die Rettung geht weiter – Was wird aus Opel?

Der Autobauer Opel, der mit dem Rücken zur Wand steht, bekommt weiter keine Antwort auf sein Rettungsgesuch. Ein mit großer Wichtigkeit angekündigtes Gespräch zwischen den Managern von Opel und Bundeswirtschaftsminister von Guttenberg blieb weitestgehend ergebnislos. Noch am Samstag, nach dem Gespräch, erklärte der Minister: “Wenn man in irgendeiner Form tatsächlich zu staatlichen Hilfen greifen sollte, muss gewährleistet sein, dass diese Gelder nicht indirettissimo in die USA fließen“. Genau dies scheint aber im Moment nicht der Fall zu sein, da wohl nicht ganz klar ist, inwiefern eine Trennung erfolgen soll oder wird. Zu viel ist unklar, weshalb wohl weitere Vorlagen erwarten werden.

Bundesfinanzminister Steinbrück stieß gestern Abend bei der ARD-Sendung „Beckmann“ in das gleiche Horn. “Es macht keinen Sinn, dass wir Opel Geld zur Verfügung stellen, das möglicherweise irgendwo anders landet, nämlich in den USA. Und mir ist bisher nicht ganz klar, wie der Abnabelungsprozess laufen soll.”, sagte er dort.

Haben die Manager von Opel es sich zu einfach gemacht und nicht bedacht, dass man ganz genau hinsehen wird bei der Vorstellung eines Konzeptes zur Rettung des Autobauers. Auch wenn gerade Milliarde um Milliarde in die Finanzwirtschaft fließt, so wird doch nicht das Gleiche getan bei der freien Wirtschaft. Und genau hier ist eben der kleine aber feine Unterschied wichtig. Bei den Banken geht es darum, das eine Pleite nicht nur für das eigene Unternehmen bittere Konsequenzen hätte, sondern für die gesamte Finanzwirtschaft in unserem Land, und im Falle HRE, wohl auch weit darüber hinaus. Bei den Unternehmen in der freien Wirtschaft jedoch, bei denen eine Pleite höchsten die Börsenkurse durcheinander wirbeln könnte, sieht dies ganz anders aus. Denn hier ist es wichtig, auch den Wettbewerb nicht aus dem Auge zu verlieren, weshalb zu Guttenberg am Samstagabend auch sagte: “Es darf nicht zu Wettbewerbsverzerrungen in unüberschaubarem Maße kommen. Ich bin ohnehin dafür, dass wir das auch noch etwas strenger und etwas klarer anlegen.”

Europaweit benötigt der Tochterkonzern von General Motors 3,3 Milliarden Euro entweder als Zuschuss oder als Darlehen, um aus dem Tal zu kommen. Nur weiß bis jetzt niemand, wie eine Trennung von General Motors eigentlich von statten gehen könnte. In allen Bereichen ist Opel mit dem Mutterunternehmen entweder eng verzahnt oder sogar ganz abhängig von diesem. Eine Trennung bedarf also Regelungen, die sich über sämtliche Unternehmensbereiche hinziehen. Diese scheinen die Opel-Manager bis jetzt jedoch noch nicht gründlich oder sogar noch gar nicht formuliert zu haben.

Das Warten geht also weiter. Denn Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg, sagte noch eines klar: Sein Ministerium werde die gestern von den Managern von Opel vorgelegten Pläne prüfen “und zwar vernünftig überprüfen, nicht mit höchster Geschwindigkeit, wie manch einer schon fordert”. Eindeutige Worte, vor allem an jene gerichtet, die den neuen Wirtschaftsminister verbal unter Druck setzen. Doch eine Rettung muss gut durchdacht werden, gerade im Falle Opel. Und zu Guttenberg sagte auch: “Ich selbst habe immer gesagt, dass der Staat im Zweifel nicht der bessere Unternehmer ist.” Hier klingt schon an, dass eher der Einstieg von Investoren gewünscht wird, oder das Suchen nach anderen Lösungen, als nur nach einer Hilfe des Staates zu schreien.

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