Opel vor dem Untergang – Die möglichen Folgen des gescheiterten US-Rettungspakets
Die Autobauer in den USA haben es alles andere als leicht. Erst finden zähe Verhandlungen statt um ein Rettungspaket, dass auch mit einer Summe von 15 Milliarden Euro (immerhin gleich mehr als die Hälfte weniger als die Summe, die von der US-amerikanischen Autoindustrie im Vorfeld gefordert worden war) vom US-Kongress durchgewinkt wurde.
Dann setzt der Senat ein Zeichen und verweigert dem Hilfspaket für General Motors, Ford und Co. die Zustimmung. Gleich acht Senatoren haben dem Rettungsprogramm ihr Ja verweigert und damit die so dringend benötigten Kredite für die US-Autobauer blockiert. Einen neuen Entwurf könnte es erst Anfang nächsten Jahres geben, dieses Jahr wird es keine Änderungen mehr geben.
General Motors, die US-amerikanische Mutter des deutschen Autokonzerns Opel, sieht mit der Ablehnung des Hilfspaketes den Untergang gekommen. In wenigen Wochen würden die finanziellen Mittel ausgehen, wenn es nicht noch in diesem Jahr zu einer Einigung kommen würde. Diese aber ist nun in die Ferne des nächsten Jahres gerückt. Und damit General Motors wohl dem Untergang geweiht.
Ferdinand Dudenhöffer, DER Autoexperte in unserem Land und zugleich Inhaber einer Professur an der Universität Duisburg-Essen sieht nun das düstere Ahnen langsam Wirklichkeit werden. „Chrysler und General Motors gehen noch 2008 in den Konkurs. Europäische Autobauer folgen Mitte 2009“. Eine harte Wahrheit, die wohl auch durch die bald kommenden bitteren Fakten bestätigt werden wird.
Auch was aus Opel werden wird, sieht er schon kommen und spricht es bei einem Interview im MDR aus: Es werde „spätestens nach einem halben Jahr“ zu den Anschlusskonkursen kommen, bei Opel und allen anderen wichtigen Tochtergesellschaften. „Einzige Hoffnung für Opel ist ein Verkauf. Und einen Käufer werden Sie nicht finden.“ Von der Übernahme Opels durch unsere Regierung hält Dudenhöffer gar nichts. „Zum einen wären die Risiken nicht zu überschauen. Zum anderen ist Opel kein eigenständiger Konzern, sondern eine mit General Motors verflochtenen Marke. Deshalb könnte Opel gar nicht auf eigenen Beinen stehen.“
Wichtig ist also, dass Opel vor der Insolvenz von GM vom Mutterkonzern abgespalten wird. Wie dies aber in der Praxis aufgrund der Abhängigkeit von der Mutter General Motors umgesetzt werden soll, ist sehr fraglich. Der Abgrund wartet also möglicherweise auf Opel, einem Traditionsunternehmen unseres Landes, das bereits im Jahre 1929 an General Motors verkauft worden war. Ob es nun wieder in deutsche Hand zurückgeholt werden könnte?
Derzeit hat Opel mehr als 27.000 Mitarbeiter und hat mehrere Produktionsstandorte in Deutschland. Noch vor wenigen Monaten hatte General Motors die vollmundige Erklärung abgegeben, in die deutschen Opelstandorte eine Milliarde US Dollar investieren zu wollen. Dies ist natürlich nun ganz alter Schnee von vorgestern, heute sieht der US-Automarkt ganz anders aus – und auf GM und Co. wartet höchstwahrscheinlich das Aus.
