Goldman Sachs mit herbem Quartalsverlust
Es sah so aus, als würde sich Goldman Sachs gut aus der Krise ziehen können. Doch nun scheint das Fiasko auch die US-Investmentbank erreicht zu haben. Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ ist Goldman Sachs in den roten Zahlen gelandet.
Vor zehn Jahren war die Bank an die Börse gegangen und hatte seitdem nur schwarze Zahlen geschrieben. Nun aber scheint auch Goldman Sachs in den roten Zahlen angekommen zu sein. Im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres der Investmentbank soll es zu Abschreibungen in Milliardenhöhe gekommen sein. Von bis zu zwei Milliarden US Dollar Verlust ist die Rede – und das in allen Geschäftsbereichen der Bank.
Analysten hatten bereits im Vorfeld der Quartalszahlen angenommen, dass es zu Verlusten kommen würde, diese Schätzungen gingen jedoch von einem Minus von durchschnittlich gut 0,62 US Dollar je Aktie aus. Der tatsächliche Verlust soll nun jedoch um ein Mehrfaches darüber liegen.
Das größte Problem für Goldman Sachs sind dabei die „distressed investments“. Dies sind Investments, die schlecht abgesichert sind, oder in manchen Fällen sogar gar nicht. Dabei soll es sich um Autokredite handeln, die in Thailand gewährt wurden und die sehr unsicher waren, oder andere Projekte wie die Vergabe von Darlehen für finanziell klamme Golfplätze in Japan oder bei einem Likörhersteller aus Südkorea.
Das Problem dabei ist, dass es Zeiten gab, in denen sich mit solchen Investments eine Menge Geld verdienen ließ, diese Zeiten seit der Finanzkrise aber erst einmal der Vergangenheit angehören.
Inzwischen hat die Aktie von Goldman Sachs einen Rutsch nach unten gemacht, und das gleich um 17 Prozent. Insgesamt ging der Wert der Aktie innerhalb dieses Jahres bereits um 69 Prozent nach unten. Nun hat die Krise also auch die vermeintlich unantastbare Investmentbank Goldman Sachs erreicht.
Leider muss die Bank zwar ihren Geschäftsbericht veröffentlichen, nicht aber die Zahlen, die zeigen könnten, wie viel Geld wirklich in die „distressed investments“ geflossen sind. Darüber wird Goldman Sachs freiwillig ganz sicher keine Auskunft geben. Die Finanzkrise ist also, was sie ist. Eine verlustreiche Zeit, in der nicht immer ganz so ehrliche Antworten gegeben werden, als eigentlich nötig wäre, um die Krise schnellstmöglich zu überwinden.
