Kredit und Finanzen

Gewinneinbruch bei der Postbank

Wer dachte, dass deutsche Banken weniger von der Bankenkrise betroffen seien, der irrt, wie jetzt das Halbjahresergebnis der Postbank zeigt. Um satte 20,3 Prozent brach deren Gewinn in der ersten Hälfte dieses Jahres ein. Übrig bleiben 235 Millionen, welche die Krise nicht angetastet hatte. Faule Kredite sollen laut Unternehmen schuld sein an der Misere und dem weitaus niedrigeren Gewinn als vor einem Jahr.

Noch stärker sank das EBIT der Postbank, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Hier ging es gleich um mehr als ein Viertel zurück. Ein Einbruch von 26,1 Prozent brachte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ein EBIT von nur noch 337 Millionen Euro. Für 120 Millionen Euro mussten zwischen Januar und Juni 2008 Kreditpapiere abgeschrieben werden, die sich als „faule Kredite“ erwiesen haben. Damit ging das Ergebnis im Bereich der Finanzanlagen um kaum vorstellbare 142 Prozent auf minus 79 Millionen Euro zurück. Wertberichtigungen zogen dazu auch noch das Handelsergebnis um 60,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ins Minus. Dieses stand dadurch am Ende des ersten Halbjahres bei 67 Millionen Euro.

Ob dies jetzt schlecht oder gut für den anstehenden Verkauf der Deutschen Postbank AG ist, kann man nicht so genau sagen. Die heutige Tendenz an der Börse in Frankfurt auf jeden Fall interessant. Statt einem Einbruch kann die Aktie der Postbank ein Plus verzeichnen und steht momentan an Platz drei der DAX-Gewinner. Das Karussell um den Verkauf der Banktochter der Deutschen Post kann also in die nächste Runde gehen.

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