Kredit und Finanzen

Die Pleitewelle der Banken findet kein Ende

Wie heute bekannt wurde, sind zwei weitere Banken in Folge der in den USA immer noch grassierenden Immobilienkrise von der Bankenaufsicht geschlossen worden. Die beiden betroffenen Banken, die First National Bank of Nevada und die First Heritage Bank NA of California, wurden geschlossen und im Anschluss daran wurden die Konten beiden Banken gleich an die die Mutual of Omaha Bank verkauft.

Dennoch ist damit nicht alles gerettet. Die FDIC, die staatliche Einlagensicherung der USA, rechnet damit, dass sie trotz allem um die 862 Millionen US Dollar nach dem Ruin der beiden Banken in diese einpumpen muss, um wirklich alle Einlagen – angefangen vom einfachen Girokonto bis hin zu Spar- und Termineinlagen – sichern zu können.

Damit sind dieses Jahr bereits sieben Banken in den USA über die Klinge gesprungen. Die Immobilienkrise, die voraussehbar gewesen war und dennoch nicht rechtzeitig gestoppt wurde, fordert nun mehr und mehr auch die Banken als Opfer. Vielleicht hilft dies in Zukunft dabei, dass die Banken in den USA nicht mehr so leichtfertig handeln wie bisher.

Doch auch die Finanzinstitute in unserem Lande sind nicht von der Immobilienkrise in Nordamerika verschont geblieben. Risikobehaftete Geldanlagen forderten auch hierzulande ihren Tribut. Die gerade mal so vor dem Ruin gerettete IKB konnte nur durch Milliardenhilfen am Leben erhalten werden. Inzwischen ist auch bekannt geworden, dass sie nur wenige Monate später bereits die nächste Kapitalspritze benötigt.

Nun kommen in der Reihe der Bankenpleiten zwei neue dazu. Welche die nächste sein wird, ist ungewiss. Indy Mac war das letzte Finanzinstitut, des in den Ruin gestolpert ist. Die drittgrößte Bankenpleite der Geschichte der USA ist immer noch nicht verdaut, da fallen die First National Bank of Nevada und die First Heritage Bank NA of California. Es wird also nicht besser.

Experten gehen davon aus, dass dieses Jahr insgesamt bis zu 150 Banken in den USA dichtmachen müssen oder dichtgemacht werden. Diese Zahl mag möglicherweise etwas hoch gegriffen sein, zumal die US-Notenbank Hypothekenfinanzierern wie Fannie Mae und Freddie Mac kräftig unter die Arme gegriffen hat, damit diese nicht auch noch in die Pleite gehen. Das wäre ein fataler Sturz für das gesamte Kreditwesen in den USA im Immobilienbereich, da beide Banken zusammen, Fannie Mae und Freddie Mac, die Hälfte aller Hypothekenkredite in den USA über sich laufen haben.

Doch es würde nicht nur die Finanzwelt in den USA hart treffen, sondern Auswirkungen auf das gesamte globale Finanzgefüge haben. Es wohl ein Fiasko, weshalb auch offensichtlich ist, wieso die Bankenaufsicht die beiden im Gegensatz zu Indy Mac nicht dichtmacht, sondern im Gegenteil die US-Notenbank Geld in beide Institute hineinpumpt, um sie am Leben zu erhalten.

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