Die Fusion der besonderen Art
Die Dresdner Bank und die Commerzbank, zwei, die erst nicht zueinander finden konnten und nun plötzlich doch zueinander finden wollen? Erst wollten sie gemeinsam für die nun auch offiziell zum Verkauf stehende Postbank bieten. Dann konnten sie sich nicht einigen, weshalb sie gar nicht erst beim Bieterprozess um die gelbe Bank mit dem großen Privatkundengeschäft einstiegen
Und nun ist plötzlich die Rede von einer Fusion beide Banken. Nicht nur, um gemeinsam für eine Bank zu bieten, sondern von einem richtigen Zusammenkommen, einem Zusammenschluss zu einer Bank. Die Allianz will aber dabei wohl weiter im Hintergrund agieren und dann 32 Prozent der wohl zukünftig gemeinsamen Aktien halten.
Es ist viel los in der deutschen Bankenlandschaft des Jahres 2008. Die Postbank wird verkauft, das Investmentbanking der Citibank wohl auch. Die Dresdner Bank als Verkaufsobjekt stand lange inoffiziell im Raum. Nun soll es zur angesprochenen Fusion.
Angeblich treffen sich inzwischen fast jeden Tag Wirtschaftsprüfer, Manager und Investmentbanker der Dresdner Bank und der Commerzbank an einem Tisch. Das sieht nach intensiven Verhandlungen aus, die da von statten gehen. Die Bücher werden gegenseitig geprüft, ein Prozess, der wohl noch in diesem Monat seinen Abschluss finden wird. Eventuell wird dann bereits im nächsten Monat, im August des Jahres 2008, die Fusion beider Banken verkündet werden.
Und noch ein Gerücht geht um. Die DKIB, die Investmentbank Dresdner Kleinwort, soll auch zu dem Fusionspaket gehören, was einen Zusammenschluss auf ganzer Linie bedeuten würde.
Sollte es wirklich zu der Fusion kommen, stände das Paket aus Dresdner Bank und Commerzbank an zweiter Stelle hinter der Deutschen Bank auf dem deutschen Bankenparkett. Eine hervorragende Stellung, und eine starke Partnerschaft. Und durchaus konkurrenzfähig, wie es den Anschein hat.
Noch gibt es auch andere Interessenten an der Dresdner Bank, wie Lloyds TSB oder Santander, die beide wohl auch großes Interesse an einer Übernahme der Postbank haben. Dennoch scheint der Zug eher Richtung Fusion mit der Commerzbank gehen. Beide Banken hätten dann übrigens mit 1.900 Filialen ein durchaus besseres Filialnetz als der Branchenriese Deutsche Bank.
Es bleibt abzuwarten, ob es zu einer Einigung beider Häuser kommen wird. Die Voraussetzungen dafür scheinen zumindest inzwischen geschaffen zu sein.
