Kredit und Finanzen

Postbank im ersten Quartal 2009 mit dickem Minus

Das dritte Quartal in Folge muss der gelbe Bankriese nun ein Minus in den Büchern hinnehmen. Gleich mit 91 Millionen ging es dabei in die Miesen vor Steuern und Zinsen. Und das ist immerhin ein sehr konträres Ergebnis im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum, in dem immerhin das EBIT immerhin noch 168 Millionen Euro Plus betragen hatte.

Der Grund für das heftige Minus gleich zu Beginn dieses Jahres ist offensichtlich: Die Wertberichtigungen auf Kredite und Kreditprodukte komplexerer Art und auf Wertpapiere. Immerhin kann die Postbank AG dennoch fast ein wenig feiern. Schließlich sind die Zahlen der ersten drei Monate dieses Jahres weitaus besser als jene der letzten beiden Quartale des vergangenen Jahres. Da hatte die gelbe Bank ein Minus von insgesamt mehr als 1,3 Milliarden Euro auf ihre Fahnen schreiben müssen. Da es im ersten Quartal dieses Jahres außerdem einen Ertrag aus Steuern gab, konnte die Postbank am heutigen Tage sogar einen Gewinn von 84 Millionen Euro unter dem Strich vermelden.

So langsam scheinen also die Tage gekommen, in denen die faulen Papiere und die Risikoabschreibungen aus den Büchern verschwinden. Eines Tages wird auch wieder Normalität einkehren, davon kann man ausgehen. Wann dies jedoch der Fall sein wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht gesagt werden.

Dank der – trotz dem Verlust vor Steuern und Zinsen – guten Nachricht aus dem Hause Postbank stieg am heutigen Morgen gleich der Aktienkurs der Deutschen Post. Um mehr als 2,5 Prozent ging es nach oben und dies wird auch die Anleger freuen. Auch die Aktie der inzwischen in den MDAX abgestiegenen Deutschen Postbank AG stieg bisweilen um gut 2 Prozent im Wert. Doch auch noch eine andere Bank profitierte von der Bekanntgabe der doch optimistischer stimmenden Zahlen. Die Deutsche Bank, inzwischen zu 25 Prozent Eigner der Postbank, kann im Moment ein Plus von mehr als 1,5 Prozent auf dem Börsenparkett vermelden. Zugleich ist das Wertpapier der Deutschen Bank am heutigen Börsentag die bisher am meisten gehandelte Aktie, und das mit weitem Abstand zu allen anderen im DAX notierten Unternehmen.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir mit dem vierten Quartal 2008 den Höhepunkt der Belastungen aus der Finanzmarktkrise bereits hinter uns gelassen haben und sich der Trend nun langsam umkehrt“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Postbank, Wolfgang Klein, zu dem heute vorgestellten Ergebnis des ersten Quartals 2009. Dennoch warnte er aber auch vor einem Optimismus, der eindeutig zu verfrüht wäre. „Das Überschwappen der Finanzmarktkrise auf die Realwirtschaft wird das Bankensystem vor neue Herausforderungen stellen.“, sagte er deshalb.

Der Ausblick ist übrigens recht kurz gehalten, gibt aber immerhin einen kleinen Einblick in das, was die Deutsche Postbank noch in diesem Jahres, trotz der Finanzkrise, erreichen möchte: „Die Postbank geht weiterhin davon aus, dass die Gesamtbelastungen 2009 unter denen des Jahres 2008 liegen werden – unter der Voraussetzung, dass keine weitere makroökonomische Verschlechterung über das derzeit erwartete Niveau hinaus eintritt. Nach einer Normalisierung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds strebt sie weiter an, auf Basis ihrer verstärkten strategischen Ausrichtung auf das Geschäft mit Privat-, Geschäfts- und Firmenkunden mittelfristig und nachhaltig eine Eigenkapitalrendite von 13 bis 15 Prozent nach Steuern zu erzielen.“

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