Kredit und Finanzen

Deutsche Sparkassen trotzen der Finanzwirtschaftskrise und schreiben schwarze Zahlen

Insgesamt 438 Sparkassen gibt es in unserem Land, die alle im Deutschen Sparkassen- und Giroverband, dem DSGV, vertreten sind. Und dieser Verband konnte heute gute Nachrichten in schlechten Zeiten überbringen: Die Sparkassen haben im vergangenen Jahr einen Gewinn weit über eine Milliarde Euro erwirtschaftet.

„Die Sparkassen dürften zu den wenigen Kreditinstituten weltweit gehören, die 2008 einen Milliardengewinn erwirtschaftet haben. Während andere Geldinstitute Finanzmittel des Staates benötigen, zahlen die Sparkassen sogar in Milliardenhöhe Steuern. Darauf sind wir stolz“, ließ Heinrich Haasis, der Präsident des DSGV, dazu heute anlässlich der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt am Main verlauten.

Das EBIT, also das Ergebnis nach Steuern und Zinsen, lag im abgelaufenen Jahr 2008 bei 1,3 Milliarden Euro. Hinzu kommt, dass die Sparkassen für das vergangene Jahr 1,1 Milliarden gewinnabhängige Steuern zahlen müssen, eine Freude also für das Finanzamt.

Die Sparkassen hatten im vergangenen Jahr aufgrund der unsicheren Geldanlagen bei ausländischen Geldinstituten, die nicht einem der freiwilligen deutschen Einlagensicherungsfonds der Banken- oder Sparkassenverbände angehören, einen großen Zuwachs an neuen Kundengeldern zu verzeichnen. “Das war der größte Zuwachs seit der Euro-Bargeld-Einführung 2002″ konnte Heinrich Haasis heute freudig verkünden. Die größte Steigerung hatten dabei die so genannten Terminanlagen, zu denen auch Festgeld gehört. Allein hier betrug der Zuwachs 31 Prozent.

Dazu kam ein vergrößertes Kreditvolumen. So vergaben die Sparkassen im vergangenen Jahr 13,9 Milliarden Euro mehr an Darlehen als noch im Jahr 2007. Zwar kam es auch bei den Sparkassen einen Gewinneinbruch von 1,7 Milliarden Euro auf 1,3 Milliarden Euro, dennoch konnte der DSGV-Präsident eines mit Freude anmerken: „Die Sparkassen dürften zu den wenigen Kreditinstituten weltweit gehören, die 2008 einen Milliardengewinn erwirtschaftet haben”. Den Grund dafür nennt auch gleich noch und dieser scheint auch sehr plausibel zu sein. „Die Sparkassen haben ein stabiles und krisenfestes Geschäftsmodell. Damit konnten sie aus eigener Kraft rund 10 Prozent mehr Kredite an Unternehmen zusagen und der Gefahr einer Kreditklemme entgegen wirken“.

Dies ist möglicherweise auch als eine klare Ansage an die Landesbanken zu verstehen, die für das vergangene Jahr zum größten Teil milliardenhohe Verluste ausweisen mussten, weil sie sich kräftig verspekuliert hatten. Ohne ein tragfähiges Geschäftsmodell sind keine Gewinne möglich, auch dies steht irgendwie zwischen den Zeilen der Aussage von Haasis.

Einer weiteren Senkung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank auf etwa ein Prozent steht auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband offen gegenüber. Der Präsident des Verbandes warnte jedoch zugleich auch vor einem zu langen Ausharren in einer Niedrigzins-Politik. „Extrem niedrige Zinsen haben die Blasen auf den Immobilienmärkten erst möglich gemacht und zu dieser verheerenden Schwemme an Baufinanzierungen auch bei eigentlich nicht solventen Kreditnehmern geführt. Sobald die Konjunktur wieder anspringt, sollten die Zentralbanken mit ihrer Zinspolitik den Marktteilnehmern verdeutlichen, dass Geld ein knappes Gut ist, das seinen Wert haben muss.“ Klare Worte, wichtige Worte, denen man sich nur anschließen kann.

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