Kredit und Finanzen

Die Deutsche Bank schreibt rote Zahlen

Kaum waren die Zahlen des vergangenen Jahres bekannt gegeben, sackte die Aktie der Deutschen Bank ab, und das gleich um zehn Prozent. Später regulierte sich der Verlust langsam nach oben, blieb dann aber bei inzwischen knapp drei Prozent Minus stehen, wanderte aber wieder zu zwischenzeitlich fast sechs Prozent im Keller. Aufgrund des Kursverlustes ist das Wertpapier der Deutschen Bank die am heutigen Börsentag am meisten gehandelte Aktie. Doch wieso die Talfahrt?

Die Zahlen sprechen für sich:

  • Verlust vor Steuern von 5,7 Milliarden Euro
  • Tier-1 Kapitalquote von 10,1 Prozent
  • Relation Bilanzsumme zu Eigenkapital (Leverage Ratio) nach Zielgrößendefinition auf 28 reduziert
  • Wertpapierhandelsbestand um 142 Milliarden Euro bzw. 41 Prozent abgebaut
  • Dividendenvorschlag von 50 Cent je Aktie
  • Verlust vor Steuern im 4. Quartal 2008 von 6,2 Milliarden Euro; Verlust nach Steuern von 4,8 Milliarden Euro

Nach dem Abzug von Steuern betrug der Verlust im Jahr 2008 nicht gerade gering einzuschätzende 3,9 Milliarden Euro. Zwar sind die Ergebnisse noch nicht ganz offiziell, die vollständigen Zahlen kommen erst am 24. März, dennoch kann man davon ausgehen, dass sie endgültigen Zahlen sich nicht all zu sehr von den heute bekannt gegebenen vorläufigen Zahlen unterscheiden werden.

In dem Bericht der Deutschen Bank heißt es:

„Für das Geschäftsjahr 2008 wies die Bank einen Verlust nach Steuern von 3,9 Milliarden Euro und einen Verlust vor Steuern von 5,7 Milliarden Euro aus. Das Ergebnis je Aktie (verwässert) betrug minus 7,61 Euro nach plus 13,05 Euro im Vorjahr. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern nach Zielgrößendefinition (bezogen auf das Active Equity) lag bei minus 20 Prozent gegenüber plus 26 Prozent im Vorjahr. Vorstand und Aufsichtsrat haben eine Dividende von 50 Cent  je Aktie vorgeschlagen, nach 4,50 Euro für 2007. Die Tier-1 Kapitalquote nach Basel II lag zum Jahresende 2008 bei 10,1 Prozent. Ende 2007 hatte diese – nach Basel I – bei 8,6 Prozent gelegen. Das Tier-1 Kapital nach Basel II betrug zum Jahresende 2008 31,1 Milliarden Euro, nach 28,3 Milliarden Euro zum Jahresschluss 2007 (berichtet nach Basel I).“

Bitter sind vor allem die vorläufigen Zahlen zum letzten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres der Deutschen Bank:

„Für das vierte Quartal 2008 wies die Bank einen Verlust nach Steuern von 4,8 Milliarden Euro aus, verglichen mit einem Nachsteuergewinn von 1,0 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahresquartal. Vor Steuern belief sich der Verlust auf 6,2 Milliarden Euro, nach einem Vorsteuergewinn von 1,4 Milliarden Euro im 4. Quartal 2007.“

Die Finanzkrise hat nun auch die Deutsche Bank erreicht, und damit auch Josef Ackermann. Selbst im Privatkundengeschäft ging es nach unten, das einzige Geschäft, das sonst wie von selbst läuft. Doch hier wird nun die Kooperation mit der Postbank ausgebaut und wohl gemeinsam an neuen Wegen arbeiten.

Und noch immer lehnt Ackermann, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, den Gang unter den Rettungsschirm der Bundesregierung für seine Bank ab. “Wir haben noch einen Restbetrag von zehn Milliarden. Euro, den wir dieses Jahr refinanzieren müssen am Kapitalmarkt. Das werden wir ohne Probleme schaffen”. Das heißt: Viele faulen Papiere sind bereits aus den Büchern verschwunden, anders als bei anderen deutschen Banken, wo noch viel Gift in den Büchern schlummert und in den kommenden Geschäftsberichten nach und nach auftauchen wird. “Garantien haben wir nicht nötig.”, sagt Ackermann klar. Und lehnt eine “Bad Bank”, zur Auslagerung der Risikopapiere ganz klar ab für seine Bank: “Wir müssen weder den Staat noch den Staatsfonds um Kapital bitten.”

Dennoch gibt der Deutsche Bank-Chef auch zu: “Wir sind absolut unzufrieden mit unserem Ergebnis im vierten Quartal und dem daraus resultierenden Verlust im Gesamtjahr 2008. Die zuvor nie erlebten Marktverhältnisse in diesem Quartal haben einige Schwächen in unserem Geschäftsmodell offenbart. Deshalb ändern wir unsere Aufstellung in einigen Geschäftsfeldern.” Das bedeutet wohl vor allem die Umstellung des Investmentbankings, wo Einschnitte zu erwarten sind. Durch die Anteile, welche die Deutsche Bank von der Postbank erworben hat, hat man nun mehr Möglichkeiten, im Privatkundenbereich zusammen zu arbeiten. Schließlich ist die Postbank in diesem Bereich der Marktführer in der Bankenbranche mit dem größten Privatkundengeschäft etwa im Bereich Girokonten und Spareinlagen – um die 14,5 Millionen Kunden sprechen hier klare Bände, auch für die Deutsche Bank.

Ackermann sieht die Krise auch nicht so schnell am Ende, wie wir alles es gerne hätten. „Für die nächste Zeit sehen wir weiterhin sehr schwierige Bedingungen für die Weltwirtschaft und damit große Herausforderungen für unsere Kunden wie auch für unsere Branche.“, sagt er doch pessimistisch, aber auch klar und damit wohl auch realistisch. Die Bankenwelt in Deutschland und in der ganzen Welt hat sich geändert durch die Finanzwirtschaftskrise und wird sich auch weiterhin ändern. Vielleicht wird sich die Branche auch selbst säubern, dies wäre zu wünschen und auch zu hoffen, damit sich am Ende zeigt, welche Banken es aus eigener Kraft aus der Krise geschafft haben. Denn diese werden es auch sein, die in Zukunft den Markt beherrschen werden, weil das Vertrauen der Menschen unseres Landes ihnen gehören wird, aller Wahrscheinlichkeit nach.

Eine Dividende soll übrigens – trotz der roten Zahlen – ausgeschüttet werden. Ackermann schlug heute 50 Cent je Aktie vor. Keine große Hausnummer und nicht wirklich die Welt, aber immerhin will die Deutsche Bank eine Dividende an ihre Aktionäre ausschütten – und setzt damit ein klares Signal in den Zeiten der Krise: Es wird trotz allem weiter und irgendwann auch wieder aufwärts gehen!

(Quelle: Deutsche Bank)

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