Kredit und Finanzen

WestLB will ihre Bücher durch die Auslagerung von Risikopapieren zurechtstutzen

Die Banken haben eine Menge Gift in ihren Schränken, das ist inzwischen längst bekannt und auch wir haben bereits darüber berichtet. Eine dieser Banken ist die WestLB – ursprünglich wie die meisten Landesbanken mit dem Haupttätigkeitsfeld der Unternehmensfinanzierung betraut – , die sich damit beschäftigt, sich selbst aufzuspalten, wie das „Handelsblatt“ heute zu berichten weiß. Eine neue externe Gesellschaft soll dann dazu da sein, Risikopapiere auszulagern, und das im Wert von bis zu 100 Milliarden Euro. Die Abwicklungsgesellschaft wäre dazu da, die Teile der WestLB in sich auf zu nehmen, die nicht mehr zum Kerngeschäft der Landesbank gehören – und all das, um sich interessant zu machen für Fusionspartner.

Der Rettungsschirm ist nicht die einzige Lösung

Als eine der ersten Banken in unserem Lande begab sich die WestLB im vergangenen Jahr unter den aufgespannten Rettungsschirm der Bundesregierung. Immer wieder war auch von einer Fusion mit der Helaba, mit der Landesbank Hessen-Thüringen im Gespräch. Die Landesbanken sollen gestutzt und von sieben Banken auf drei „Blöcke“ reduziert werden. Bis jetzt ist aber in dieser Hinsicht gar nichts geschehen. Zum Teil wehren sich die Landesbanken, zum Teil die dahinter stehenden Regierungen der Bundesländer, die auch an den Landesbanken beteiligt sind.

Dennoch zeigt sich immer mehr, dass der Rettungsschirm nicht das Allheilmittel ist, als das er am Anfang angesehen wurde. Eine Konsolidierung der Landesbanken wäre ein gutes Mittel, um diese zu retten. Doch solange es hier zu viel Gegenwehr gibt – und sich das ganze Prozedere so lange hinzieht – schlummern weiter die Giftbomben in Form von Abschreibungsbedarf auf Kredite und verbriefte Forderungen auf ebensolche – etwa als so genannte Credit Default Swaps (CDS) – in den Büchern der betroffenen Banken. Und hier muss schnell etwas geschehen, damit nicht doch noch eine der Landesbanken in die Pleite geht, was schließlich bei der SachsenLB im vergangenen Jahr gerade mal so verhindert werden konnte, ganz haarscharf vor dem totalen Kollaps.

Die Konsolidierungsbank als Abwicklungsgesellschaft

Riskante Papiere im Wert von um die 80 Milliarden Euro will die WestLB nun in einer Konsolidierungsbank auslagern. Diese soll als externe Gesellschaft getrennt von der Landesbank operieren und dabei die Risiken auffangen, wie es scheint. Dazu kommen andere Vermögensteile im Wert von 20 Milliarden Euro, die auch ausgelagert werden, bei denen jedoch nicht bekannt ist, welcher Art diese Papiere sind. Bisher waren um die 50 Milliarden Euro insgesamt als Auslagerungspapiere erwarten worden. Die Summe von bis zu 100 Milliarden Euro übertrifft also auch die schlimmsten Erwartungen. Es kommt also wohl alles noch viel schlimmer, als es sich im Geschäftsbericht des Jahres 2007 gezeigt hatte. Dort war es bereits zu einem Verlust von 1,6 Milliarden Euro gekommen. Für das das vergangene Jahr kann mit einem weitaus höheren Minus gerechnet werden.

Damit es jedoch trotz der hohen Verluste zu einer möglichen Fusion kommen kann, was auch neues Kapital und eine Bündelung der Geschäftsaktivitäten bedeuten würde, muss die WestLB nun aktiv werden. Deshalb auch die inzwischen sehr starken Überlegungen, die risikoreichen Papiere auszulagern und somit aus den Büchern zu nehmen. Gestern gab ein Sprecher der WestLB nur den knappen Kommentar zu dem Punkt einer möglichen externen Abwicklungsgesellschaft ab: Man befinde sich “in Überlegungen, die Landesbankenkonsolidierung durch die Herauslösung nicht-strategiekonformer Vermögensteile weiter voranzutreiben”. Doch so einfach, wie es scheint, ist es nicht. Für die Gründung einer Abwicklungsgesellschaft wird Eigenkapital benötigt, und auch Eigner-Garantien. Dies wird aber angesichts der finanziell sehr angeschlagenen Lage der WestLB ein hartes Stemmen werden, um eine solche Konsolidierungsbank auf die Beine stellen zu können. Ob das ohne die Hilfe des SoFFin gehen wird? Dies zumindest erscheint sehr fraglich, nur wird auch der Rettungsschirm der Bundesregierung irgendwann leer gepumpt sein. Und wie es dann weitergehen wird mit den schwer angeschlagenen Landesbanken wie der WestLB steht wohl in den Sternen tiefdunkler Nächte…

Und die BayernLB landet noch tiefer im Minus

Auch die BayernLB gehört zu jenen Landesbanken, die schwer getroffen worden waren von der Krise der Finanzwirtschaft. Und nun geht es noch tiefer nach unten für die Landesbank, die ebenso wie die WestLB unter den staatlichen Rettungsschirm geflohen war. Noch im Oktober vergangenen Jahres war von einem Verlust in Höhe von um die drei Milliarden Euro die Rede gewesen. Doch es kam alles noch viel schlimmer. Die BayernLB hat für das vergangene Jahr einen operativen Verlust auszuweisen von um die fünf Milliarden Euro. Das „Drama“ um die schwer angeschlagenen Landesbanken (mit Ausnahme der NordLB, deren Bücher immer noch am wenigsten Risiken enthalten) geht also in die nächste Runde. Auch hier sind nun Entscheidungen gefragt und klare Pläne für die Zukunft. Die Landesbanken sind also wieder im Gespräch, aber schon wieder -  und immer noch – in keinem guten.

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