BayernLB mit erneutem Kapitalbedarf in Höhe von zehn Milliarden Euro
Es geht nicht ohne noch mehr Geld. Mitten in den ganzen Konjunkturprogrammen ruft die BayernLB nach mehr Geld. Inzwischen ist der Bedarf an frischem Kapital von 6,4 Milliarden Euro auf gut zehn Milliarden Euro angestiegen.
Die BayernLB, noch im 50:50 Besitz der Sparkassen und des Freistaates Bayern, hatte sich viele Wunden in der Finanzkrise zugezogen und gleich mehrfach Abschreibungen vornehmen müssen. Inzwischen werden Gerüchte laut, dass der Freistaat selbst überlegt, das nötige Kapital aufzubringen und die BayernLB dann zu verstaatlichen.
Andere Rufe wurden inzwischen vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband vernommen, aus den derzeit noch sieben Landesbanken nur noch drei zu machen. Es soll zu einer Art „Blockbildung“ kommen, jeweils im Norden, in der Mitte und im Süden Deutschlands.
Übermorgen, also an diesem Samstag bereits, tritt der Verwaltungsrat der BayernLB zusammen. Streit ist hierbei fast mit 100-prozentiger Sicherheit vorprogrammiert. Bereits gestern waren die Ministerpräsidenten der Länder zusammengetreten, um über die Zusammenlegung der Landesbanken zu beraten. Dabei konnte jedoch keine Einigung errungen werden.
Der Vorschlag der Sparkassen, drei Blöcke aus den Landesbanken zu bilden, wartet also weiter auf seine Umsetzung. Dabei geht es unter anderem darum, im Norden Deutschlands die NordLB und die HSH Nordbank zusammen zu legen und im Süden die BayernLB und die LBBW (Landesbank Baden-Württemberg). Doch die Ministerpräsidenten der Länder sind davon anscheinend nicht gerade sehr begeistert und wehren sich zum Teil noch gegen diesen Schritt, was man am Beispiel Niedersachsens sehr gut sehen kann, welches sich gegen eine Fusion der NordLB mit der HSH Nordbank wehrt.
Auf der anderen Seite kommt nun plötzlich Bayern daher und spricht sich in Person seines Ministerpräsidenten Horst Seehofer gegen eine Fusion der BayernLB mit der LBBW aus, zumal diese dann unter der Führung Baden-Württembergs laufen würde. Im Zuge dessen ließ Seehofer durchblicken, dass es auch eine Privatisierung der BayernLB geben könnte. Er sagte klar: “Ich sehe bis jetzt keine Lösung darin, zwei Kränkelnde auf den gleichen Weg zu schicken und zu hoffen, dass sie gesunden.”, während hingegen Günther Oettinger, der Ministerpräsident Baden-Württembergs zurückgab: “Gesund werden muss jeder allein, aber gleichzeitig stehen zwei Gesunden zusammen alle Möglichkeiten offen.”
Es wurden übrigens inzwischen Gerüchte laut, dass die beiden, Oettinger und Seehofer, sich im Vorfeld des Treffens abgesprochen hätten, damit der Einfluss der Sparkassen verringert werden könne. Eine klare Aussage hierzu gibt es aber nicht, es sind, wie gesagt, nur Gerüchte. Aber wie war das noch mal mit dem wahren Kern…
Peter Harry Carstensen, der Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, gab bekannt, dass es weitere Gespräche der Ministerpräsidenten der Länder gebe, um für die Landesbanken “regionale oder funktionale Lösungen” zu finden. Seiner Ansicht nach könnte es auch Auffanglösungen geben, die gemeinsam geschaffen werden, wie im Moment das Engagement in Bezug auf Island, welches dafür gesorgt hat, dass die deutschen Anleger der isländischen Kaupthing-Bank – die vor einiger Zeit aufgrund von Zahlungsproblemen verstaatlicht wurde – ihr Geld wieder zurückerhalten.
