Commerzbank nimmt Geld aus Rettungsfonds in Anspruch
Nun hat die Commerzbank doch eingestanden, Hilfe zu benötigen und sich vom Rettungsprogramm der Bundesregierung finanziell unterstützen zu lassen.
Der Staat soll eine stille Einlage bei der Commerzbank in der Höhe von 8,2 Milliarden Euro tätigen und zugleich Milliarden-Garantien übernehmen. Im Gegenzug dazu wird es für das laufende Jahr 2008 keine Bonuszahlungen für die Manager der Commerzbank geben. Außerdem verzichtet Konzernchef Martin Blessing für diesen und nächsten Monat auf sein Gehalt.
Die Commerzbank gab dazu heute bekannt: „Wir haben das Maßnahmenpaket der Bundesregierung von Anfang an begrüßt. Es ist ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung des Finanzmarktes. Wir machen von den Instrumenten des Pakets Gebrauch, weil dies gut für die Bank, ihre Mitarbeiter und Kunden ist. Die Commerzbank sichert damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich ab“, sagte Martin Blessing, Vorstandssprecher der Commerzbank. „Wir werden unser bewährtes Geschäftsmodell, welches sich auf ein starkes Kerngeschäft mit Privatkunden und dem Mittelstand im Bereich Kredite, Konten und Geldanlagen stützt, auch nach der Übernahme der Dresdner Bank konsequent fortführen. Die Kapitalzufuhr in Form stiller Einlagen trägt zugleich den Interessen unserer Aktionäre Rechnung, denn es findet keine Anteilsverwässerung statt“, so Blessing weiter.
Nun ist es also raus. Die Commerzbank, die noch vor einigen Wochen bekannt gegeben hatte, Nägel mit Köpfen zu machen und die Dresdner Bank von der Allianz zu übernehmen, hat nun selbst Finanzbedarf. Und das nicht gerade nur in Form einer kleinen Summe, wie man heute sehen kann. Was das eine mit dem anderen zu tun hat, ist nun die Frage. Hat sich die Commerzbank dadurch selbst in die Miesen gesetzt, und benötigt nun Hilfe von staatlicher Seite, um nun wieder auf sichere finanzielle Pfade zu finden?
Dem Kurs der Commerzbank-Aktie tut die ganze Sache auf jeden Fall gut – der Wert des Papiers ist heute um über fünf Prozent gestiegen. Das Vertrauen der Anleger kehrt zurück in die Wertpapiere der Commerzbank, aber auch in die der Deutschen Bank. Auch hier ist am heutigen Börsenmontag ein Anstieg von bisher über fünf Prozent zu verzeichnen.
Ob dies damit zu tun hat, dass der Schweizer Genauigkeitsfreund, Josef Ackermann, jegliche Hilfe von des Staates Seite für seine Deutsche Bank abgelehnt? Seiner Ansicht nach gibt es drei verschiedene Arten von Banken in den Zeiten der Krise: “Die einen sind die, die wirklich schwach sind und gerettet werden müssen. Die sollten so schnell wie möglich unter den Rettungsschirm.” Andere stünden zwar im internationalen Vergleich zu niedrig da in Bezug ihre Kapitalquoten, aber dennoch noch gut da. Diese sollten sich entweder bedienen am Kapitalmarkt oder eben auch “vom Risikoschirm profitieren”. Weiter aber sagte er: “Und dann gibt es die, die stark sind und die, ohne sich vom Steuerzahler helfen lassen zu müssen, durchkommen. Die sollten es auch allein versuchen.”, und: “Wir haben einen Gewinn gemacht in ganz schwierigen Zeiten und wir haben eine sehr, sehr starke Refinanzierungsbasis, so dass wir den Rettungsschirm nicht benötigen.”
Noch vor Jahren hatte die Deutsche Bank eine vergleichsweise kleine Kapitalquote von nur fünf Prozent gehabt. Dies hat sich inzwischen geändert und die Quote für das Eigenkapital, die auch maßgeblich ist für die Vergabe von Krediten, hat sich verdoppelt und liegt inzwischen bei mehr als zehn Prozent.
Was die einen nicht wollen, brauchen die anderen. So sieht es aus auf dem deutschen Bankenmarkt, während in den USA die 17. Bank in diesem Jahr pleite gegangen ist und schließen musste. In Deutschland ticken die Uhren eben wieder mal anders, und wer sagt, das sei nicht gut so, der lügt sich selbst einen in die Tasche.
