Neues Rettungsprogramm der USA soll die Giftpapiere aus den Schränken der Banken holen
500 Milliarden US Dollar aus der Hand des Staates und der Privatwirtschaft, ein gemeinsames Ziehen an einem Strang will man nun erreichen. Mit einer halben Billion US Dollar sollen den Banken die giftigen Papiere, das heißt unter anderem die faulen Kredite und Hypothekendarlehen (auch Subprimes genannt), abgenommen werden.
Diese faulen Kredite sowie der Handel mit als Credit Default Swaps bezeichneten Derivaten, welche das Ausfallrisiko eines einzelnen Kredites oder eines ganzes Bündels an Darlehen wiedergibt, gelten als einer der Auslöser für die derzeitige Krise. Damit das Ganze auch funktioniert, hat die Regierung der USA ein “öffentlich-privates Investmentprogramm” aus dem Boden gestampft. Zugleich kündigte US-Finanzminister Timothy Geithner an, das Programm könne im Laufe der Zeit sogar auf bis zu eine Billion US Dollar aufgestockt werden.
Währenddessen sagte US-Ökonom James Galbraith in einem Interview mit „Spiegel Online“: „Banken, die mit Hunderten von Milliarden Dollar gestützt werden müssen, sind faktisch insolvent. Was wir benötigen, ist ein realistisches Bild von den Verlusten, die diese Geldhäuser tatsächlich gemacht haben. Aber solange das alte Management weiter an der Spitze einer solchen Bank steht, hat es keinerlei Anreiz, bei der Wahrheitsfindung mitzuhelfen. Das ist das eine Problem, vor dem wir stehen.“
Aussagen, die einander widersprechen oder doch Hand in Hand gehen? Die eigentliche Frage ist dabei jedoch, wie lange die US-Regierung noch Geld in die Finanzwirtschaft stecken will. Das Ganze ist ein Fass ohne Boden: das reingepumpte Geld versickert umgehend wieder, dies haben wir im Laufe der aktuellen Krise nicht nur ein Mal erlebt.
Die Wall Street, der wichtigste Börsenplatz in den USA, „feierte“ hingegen die Ankündigung des Finanzministers mit einem Plus von 3,9 Prozent und einem Anstieg auf 7 559 Punkte. Nur: Bis jetzt hat jedes neue Paket und jede neue Hilfsankündigung für einen – wohlgemerkt kurzzeitigen – Anstieg der Börsenkurse gesorgt. Ebenso schnell aber kehrte sich das Plus wieder in ein Minus um. Etwas Anderes ist wohl leider auch diesmal nicht zu erwarten.
