US-Präsidentschaftskandidat John McCain für Bankenpleiten
Es wird viel geredet davon, dass die Pleiten großer Banken ein systemisches Risiko darstellen würden. Dies ist in den USA der Fall, wo Institute wie Fannie Mae und Freddie Mac künstlich am Leben erhalten werden. Und auch hier in Deutschland, wo die Hypo Real Estate immer mehr zum reinen Geldgrab wird, und dennoch als systemrelevant bezeichnet wird.
John McCain, der unterlegene US-Präsidentschaftskandidat der Republikaner, richtet nun klare Worte in Richtung der US-Regierung. Zur Not müsse diese auch einen Bankrott von großen Banken durchaus in Kauf nehmen. Dies würde dann „eine starke Botschaft an den Markt“ sein. Und sein Parteikollege Richard Shelby, seines Zeichens der führende Republikaner im Bankenausschuss des US-Kongresses, wird in einem Interview mit dem Fernsehsender ABC noch deutlicher: „Wir begraben die kleinen Banken. Wir müssen einige der Großen beerdigen und eine starke Botschaft an den Markt senden“.
McCain war nie der große Wirtschaftsmann, aber Barack Obama, der an ihm vorbei seinen Siegeszug bei den US-Präsidentschaftswahlen antrat, auch nicht. Nun aber greift er die amtierende Regierung der USA klar an. Sie trüge eine Scheu zu Tage, die harte Entscheidung fällen zu müssen, Banken in die Pleite gehen zu lassen. Ob er im Falle einer gewonnenen Wahl anders reden würde? Wahrscheinlich. Denn Obama geht letztlich nun den Weg, den ihm das Volk vorzuschreiben scheint. Ohne ein solches Handeln würde er wohl an Popularität verlieren und so verkauft er das „Retten“ der großen Banken zugleich als wichtig für das System der Vereinigten Staaten.
Wie wichtig Banken jedoch wirklich für das System eines Staates sind, das wissen wahrscheinlich nur die Götter. Würde ein Zusammenbruch der Hypo Real Estate Deutschland wirtschaftlich oder finanziell wirklich schaden? Oder kann es nicht auch gut sein, dass die Bundesregierung sich nun einfach nicht mehr die Blöße geben möchte, mit der milliardenschweren staatlichen Hilfe beim Münchner Spezialisten für Immobilienkredite einen schweren Fehler begangen zu haben?
Derweil wird auch weiterdiskutiert, ob General Motors in den USA nicht in die Insolvenz gehen sollte, um dadurch gesund saniert werden zu können. Auch die Hilfe in Deutschland für den Autobauer Opel ist unklar. Inzwischen ist von Lohnverzichten der Mitarbeiter des Rüsselsheimer Autoherstellers in zweistelliger Höhe der Rede – alles im Sinne eines Erhalts der Arbeitsplätze. Ob dies etwas bringen wird? Nun hängt viel davon ab, was mit General Motors geschieht. Und welches verbesserte Konzept die Manager von Opel möglicherweise vorlegen werden. Inzwischen werden sogar Stimmen zu einer möglichen Insolvenz des Autobauers laut, auch aus Richtung von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble.
Die Regierung in den USA hat das gleiche Problem wie unsere Bundesregierung. Wo mit Geld helfen, wo in die Pleite gehen lassen? Wo der Rettungsanker sein, wo das Boot untergehen lassen? Keine einfachen Zeiten für die Politiker in aller Welt. Da sind kritische Töne schnell gemacht, wenn man selbst keine Entscheidungskompetenz vorzuweisen hat. Wie hätte John McCain wohl gehandelt, wäre er zum 44. Präsidenten der USA gewählt worden? Anders als Barack Obama, der seit dem 20. Januar dieses Jahres als erster Afroamerikaner in der Geschichte der USA dieses Amt bekleiden darf? Statt vernichtender Kritik wäre es nun vielleicht weitaus sinniger, konstruktive Vorschläge zu machen. Wir warten darauf!
