Die erste Rede vor dem Kongress – Barack Obama spricht Klartext
Es war die Premiere des neuen US-Präsidenten, denn es war die erste Rede von Barack Obama vor dem Kongress, vielleicht sogar die für lange Zeit wichtigste Rede überhaupt. Nach gut einem Monat Amtszeit galt es hier nun zu zeigen, wo man steht und wo es langgehen soll mit dem eigenen Land, das wirtschaftlich in den Grundfesten erschüttert ist.
Offen darf und kann er seinen Unmut gegenüber seinem Vorgänger, George W. Bush, nicht äußern, auch wenn ihm dieser zum Teil fürchterliche finanzielle Verhältnisse hinterlassen hat. Aber dennoch kann er – zumindest zum Teil – kritisieren, was Bush während seiner Amtszeit alles vermasselt hat, und das tat er dann auch: “Ich erwähne das nicht, um nach zu karten, aber nur wenn wir zurückblicken, verstehen wir, wie wir in diese Krise geraten sind.” Klare Worte eines Menschen, der daran gemessen werden wird, wie er eben genau diese Krise überwindet. Und eben daran, ob er sie überhaupt überwinden kann.
Das zweite Konjunkturpaket in den USA, das während der Amtszeit Barack Obamas eingeführt wurde, muss nun zeigen, ob die staatlichen Hilfen wirklich etwas bringen, um das Finanzsystem und die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Noch vor seinem Amtsantritt hatte Obama von einem Rettungspaket in Höhe von 175 Milliarden US Dollar gesprochen. Das Volumen wuchs jedoch immer mehr an und wurde schließlich mit einem Umfang von 789 Milliarden US Dollar eingeführt. Dies zeigt, wie ernst die Lage in den USA ist und wie notwendig die Unterstützung durch den Staat dort jetzt ist. Deshalb kann Obama auch klar sagen, ohne etwas zu beschönigen: “Sie brauchen nicht noch eine Statistik, um zu wissen, dass unsere Wirtschaft in der Krise steckt. Die Rezession ist überall zu spüren. Aber: Wir werden uns erholen – und die Vereinigten Staaten von Amerika werden stärker sein als zuvor.”
Ob dies dann jedoch der Fall sein wird, ist fraglich. In diesen Zeiten der Krise ist immer deutlicher geworden, wie wichtig die Europäische Union inzwischen in der Welt geworden ist. Viele Impulse kamen von Seiten der europäischen Staaten und eben nicht aus den USA.
Doch Obama rechnet auch ab mit der Amtszeit seines Vorgängers. Der amtierende US-Präsident spricht hier Klartext, und sagt, dass es in der vorher gegangenen Zeitphase “eher um kurzfristige Vorteile ging als um langfristigen Wohlstand. Ein Haushaltsüberschuss wurde als Ausrede genutzt, um Geld an die Reichen zu schleusen. Regeln wurden für schnelle Geschäfte aufgehoben. Menschen haben Häuser gekauft, die sie sich nicht leisten konnten – und Banken ihnen faule Kredite aufgedrängt. Die ganze Zeit wurden schwierige Entscheidungen aufgeschoben”. Die Rede begeisterte die Mitglieder des US-Kongresses offensichtlich. Obama musste seine Rede mehr als 30 Mal unterbrechen, weil Applaus aufbrandet.
Einen Kritikpunkt nicht gerade unerheblicher Größe muss sich jedoch auch ein Barack Obama gefallen lassen: Es wird wieder der Kauf auf Pump gefördert. Und genau das war es doch, was die USA und dann auch die ganze Welt in die Finanzkrise getrieben hat…

Am 9. November 2009 um 23:17 Uhr
Man sieht das Obama auch nur eine Marionette ist hinter ihn stecken auch mächtige Wirtschafts- Männer deren Interesse er berücksichtigen muss