Die Finanzkrise ist laut US-Geheimdienst zerstörerischer als der Terrorismus
In den vergangenen Jahren war die USA – wenn man dem US-Präsidenten a.D., George W. Bush und seinen von Verfolgungswahn geplagten Parteigenossen Glauben schenken wollte – ein von Terroristen gejagtes Volk und Land. In vielen Teilen der Welt erntete das Land der unbegrenzten Möglichkeiten dafür nur noch Kopfschütteln. Nach dem 11. September des Jahres 2001 war dort der Kampf gegen einen vorhandenen und zum Teil auch eingebildeten Terrorismus ausgebrochen. Jeder nur scheinbar Verdächtige wurde gejagt, und zum Teil auch eingesperrt – so zum Beispiel im Gefängnis ohne Rechte, in Guantanamo.
Nun aber gelangt der US-Geheimdienst und sein Chef, Dennis Blair, endlich zu der Erkenntnis, die real erfassbar und vor allem belegbar ist: Die Wirtschaftskrise mit all ihren Folgen und Auswirkungen stellt eine viel größere Bedrohung für die USA dar als der Terrorismus. So wurde durch die Krise das Vertrauen der Welt in die Führungsstärke der ehemaligen Weltmacht untergraben. Auch der Glaube an die freien Märkte wurde durch die Krise gebrochen und dies ist fatal für ein Land, das so sehr die Freie Marktwirtschaft proklamiert hat wie kein anderes Land auf dieser Welt. Nun geht es an das Eingemachte für das Land jenseits des großen Teiches, die Vormachtstellung ist am Wanken und ob das neue Konjunkturpaket in schwindelerregender Höhe von 789 Milliarden US Dollar daran noch etwas ändern kann, erscheint mehr als fraglich.
Die Immobilienkrise, begonnen in den USA, ausgebreitet inzwischen über die ganze Welt, wuchs zu einer Krise der Finanzwirtschaft und dann zu einer Wirtschaftskrise heran. Daran knabbern die USA sehr. Denn: Seitdem werden die Karten in der Wirtschaftswelt neu gemischt. Und die USA sind nicht mehr die, welche noch an vorderster Front stehen. Das Vertrauen in das Land mit dem neuen Präsidenten wurde – dem Gewinnstreben der Banken und Produkten wie Subprime-Krediten bei der Immobilienfinanzierung oder Credit Default Swaps sei Dank – in den vergangenen Monaten sehr erschüttert, so durch den unaufhaltsamen Verfall der Immobilienpreise, den fast schon als Einbruch zu bezeichnenden Rückgang bei der Vergabe neuer Kredite – gleich ob als Ratenkredite oder als Kredite für Unternehmen – und den Billionen an vernichteten Werten an den Weltbörsen. Aber auch die Destabilisierung kleinerer Staaten durch die Krise ist für Dennis Blair eine große Gefahr.
Die kurzfristigen Hauptbesorgnisse bei der Sicherheit der USA liegen in der globalen Wirtschaftskrise und ihren geopolitischen Auswirkungen. Die Krise dauert nun schon über ein Jahr, und Ökonomen sind geteilter Meinung darüber, ob wir und wann wir den Tiefpunkt erreichen könnten.“ sagte Blair dazu. Schön und gut, der Mann hat recht. Nur in einem nicht: Die Krise dauert inzwischen, je nach finanzwirtschaftlicher Zeitmessung die man verwendet, weit länger als ein Jahr an. Man kann aber davon ausgehen, dass die Krise, die uns heute immer noch zu schaffen macht, spätestens im November des Jahres 2007 ihren richtigen Anfang nahm. Andere sprechen inzwischen sogar schon von 18 Monaten Krise. Vielleicht stimmt das Mittelmaß. Nur die Zeitrechnung von Blair stimmt nicht. Aber dies ist für einen Mann in seiner Stellung ja nichts wirklich Ungewöhnliches. Die Experten zumindest sahen die Krise schon lange vorher kommen, nur auf die hatte ja, wieder einmal, keiner gehört…
