Kredit und Finanzen

Eine Bad Bank oder doch lieber eine Versicherung gegen faule Kredite?

Sie waren es die, welche die Finanzkrise ausgelöst haben. Sie waren es, welche die Wirtschaft in aller Welt zum Teil sehr stark in die Knie zwingen. Sie, das sind die faulen Kredite, die Subprimes. Herausgegeben an Personen und Familien, die zu denen mit geringerem Einkommen zählen, und deshalb bei Zinserhöhungen oder Einnahmeverlusten schnell in die finanzielle Schieflage geraten, sind sie mit hohem Risiko belastet. Die gesamten Verluste, die mit den faulen Krediten gemacht wurden, sind bis jetzt nicht bezifferbar, doch man kann von mehreren Billionen ausgehen – und hierbei ist es egal, ob man nun US Dollar oder den Euro als Währung nimmt, die Nullen macht es deshalb nicht weniger.

Was man dagegen tun kann, dass die Subprimes nicht mehr so tiefe Löcher in die Bücher der Banken reißen, das wurde schon von vielen überlegt, doch keiner fand bis jetzt eine richtige Lösung. Nun aber kommt Großbritannien daher. Der Vorreiter bei der Bekämpfung der Finanzkrise will ein neues Hilfspaket auflegen, und damit die Banken des Landes vor dem völligen Abgrund zu bewahren. Die Geldinstitute sollen, laut der bislang bekannten Pläne der Regierung von Premierminister Brown, versichert werden gegen die Risiken der Subprimes. Eigentlich eine gute Sache, möchte man meinen. Nur die Frage des Bezahlens der Zeche ist dabei die unschöne Angelegenheit. Denn dafür bürgen soll – wer denn auch sonst? – der Steuerzahler.

Statt einer so genannten „Bad Bank“, welche die faulen Kredite von den betroffenen Banken aufkaufen könnte, und die von staatlicher Hand finanziert werden würde, ist das Verfahren, das Gordon Brown nun durchführen möchte, ein einfacherer Weg.

  Doch dazu gehört, dass die Banken ihre Bücher ganz offen legen und nicht weiter Giftpapiere in ihren Schränken schlummern lassen, die von außen nur nach und nach in den Geschäftsberichten sichtbar werden. Ob sie dies jedoch wirklich machen werden? Auf jeden Fall würde der Aufbau einer Bad Bank mehr Kraftaufwand bedeuten – und auch mehr Vorarbeit und bürokratischen Aufwand bedeuten. Eine Bad Bank würde die Giftpapiere in ihren eigenen Schränken bündeln und damit sämtliche Risiken auf sich nehmen. Bei der Versicherung gegen die Risiken der Subprimes würden die Banken die Papiere bei sich behalten, aber gegen eine Gebühr, die nicht allzu hoch sein dürfte angesichts der prekären Lage der britischen Banken, diese faulen Wertpapiere gegen den Verlust aus diesen Krediten versichern.

Den Schätzungen nach sind in den Büchern der Banken Großbritanniens faule Kredite im Volumen von etwa 200 Milliarden Pfund, was in etwa 220 Milliarden Euro entspricht, enthalten. Vergleicht man dies mit Deutschland, in dem etwa 300 Milliarden Euro giftige Wertpapiere in den Büchern der großen Banken enthalten sind, ist das schon eine relativ hohe Hausnummer. Schließlich hat Großbritannien um die 20 Millionen Einwohner weniger zu „bieten“ als Deutschland, wurde aber, so sieht es immer mehr aus, weitaus stärker von der Finanzkrise betroffen als unser Land.

Premierminister Gordon Brown, dessen Sympathiewerte in seinem eigenen Land sehr schlecht waren vor dem Ausbruch der Krise, hatte sich durch sein konkretes und konsequentes Handeln viele Sympathien erworben in den vergangenen Monaten. Diese waren jedoch schon wieder am Schwanken, da sich keine klaren Ergebnisse aus dem Handeln ergaben und die Rezession nicht abgewendet werden konnte. Wohl deshalb will Brown heute mit dem Versicherungspaket für die faulen Kredite an die Öffentlichkeit kommen. Ob deshalb die Werte für Brown dauerhaft steigen werden? Dies würde eher einer Märchenwelt entspringen, den der Realität des Jahres 2009. Aber vielleicht kann der Weg der Giftpapier-Versicherung die kollabierenden Banken in Großbritannien vor der Pleite und die Wirtschaft dort vor noch schlimmeren Folgen bewahren. Eine allgemein gültige Lösung ist eine solche Versicherung jedoch sicher nicht, aber einen Versuch ist es allemal wert.

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