Kredit und Finanzen

Drei Millionen neue Jobs – Träumen darf ein Barack Obama ja

Ob es allerdings umsetzbar ist, was er, der designierte Präsident der USA, vorhat, scheint mehr als fraglich. Nur zu gut erinnert man sich hier in Deutschland noch an die vollmundigen Worte eines Bundeskanzlers Gerhard Schröder, der einen radikalen Abbau der Arbeitslosigkeit binnen zweier Jahre ankündigte– geschafft wurde davon nichts. Auch sein langfristiges Programm Agenda 2010 wird inzwischen nicht nur von Kritikern in Frage gestellt, sondern auch von Politikern aller Parteien.

Und nun kommt Obama daher und will etwas schaffen, was – ganz realistisch betrachtet – schlichtweg unmöglich ist. Als er sich noch im Wahlkampf befand, wollte er eine Million neue Arbeitsplätze schaffen. Später, erst vor wenigen Tagen dann, sprach er von 2,5 Millionen neuen Stellen. Allein dies ein Ding der Unmöglichkeit, Konjunkturpakete hin, Rettungsprogramme her. Nun will er gar drei Millionen neue Arbeitsplätze schaffen, sobald er als der neue US-Präsident in sein Amt eingesetzt wird. Der Größenwahn, dem im während des Wahlkampfs schon so mancher bescheinigt hat, macht sich nun breit in einer Art Utopia, die Amerika mehr schaden als nützen wird, zumindest dies ist gewiss.

Es herrscht eitel Einigkeit – sagt zumindest Joe Biden – und Romers düstere Prognose

Derweil gab der zukünftige Vizepräsident der USA, Joe Biden, ein Interview: “Die Wirtschaft ist in einem viel schlechteren Zustand, als wir gedacht haben”. Und es bestehe wohl Einheit zwischen den Parteien, Demokraten und Republikaner, dass die Geschichte teuer werden wird, aber dass es nötig ist, die US-Wirtschaft mit Investitionen wieder neu anzukurbeln. Wie hoch die Ausgaben dafür letztlich sein würden, ob 600 Milliarden US Dollar oder gar 700 Milliarden US Dollar, das sei dabei nebensächlich. Denn nur eines stünde fest, dass es hier um eine Summe geht, “an die vor einem Jahr keiner gedacht hätte”.

Klar ist, dass sich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten in einer schweren Krise befindet, der wohl schwersten seit 80 Jahren. Und dass es zu einem Wegfall von drei bis vier Millionen Arbeitsplätzen in Folge der Krise kommen kann. Christina Romer, die Wirtschaftsprofessorin und zugleich Vorsitzende des Kreises der Wirtschaftsberater, die für Barack Obama tätig sind, gab dies als Prognose für das nächste Jahr aus.

Obama selbst sprang gleich darauf an und kündigte umgehend ein neues Ziel an: Die Schaffung von drei Millionen neuen Arbeitsplätzen. Nur: Sollte man nicht erst versuchen, die alten Arbeitsplätze zu erhalten, wie es die Bundesregierung derzeit versucht, anstatt neue zu schaffen? Ein seltsamer Weg, den Barack Obama da geht. Ob er der richtige ist, und wie der designierte Präsident der USA das überhaupt schaffen will angesichts der düsteren Lage der USA, wird sich zeigen. Vielleicht gibt es ja ausnahmsweise mal eine schöne Überraschung in den Zeiten der Krise.

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