Bonuszahlungen an US-Banker – Der Irrsinn hat kein Ende
Während in den USA viele Kreditnehmer ihr Obdach verloren, weil sie die Zinsen für ihre Immobilienkredite nicht mehr bezahlen konnten, zeigen die US-Banker keinen Funken Einsicht.
Es wird weiter so gehandelt, wie immer gehandelt wurde, und das bedeutet auch, dem eigenen Arbeitgeber tief in die Taschen zu greifen, egal, wie schlecht er finanziell dasteht. Denn trotz der prekären Situation auf dem Bankenmarkt in den USA sollen nun Bonuszahlungen und Belohnungen in Höhe von 70 Milliarden US Dollar an die Banker fließen.
Da hilft nicht einmal ein Kopfschütteln, das einen angesichts solches Handelns überfällt. Die Banker haben nichts gelernt, und gehen ihren Weg unbeirrt weiter. Logisches Denken ist bei dieser Berufsgruppe fehl am Platze, wie auch jüngst eine Studie zeigt.
Dennoch sind wir nicht in den USA, und die USA sind nicht wir. Das Rettungsprogramm der Bundesregierung zieht eine klare Linie. Es wird hierzulande in Zukunft erst einmal keine Bonuszahlungen an Banker mehr geben. Dies bedeutet vor allem auch das eine: Es werden keine riskanten Geschäfte mehr gemacht oder vakante Darlehen mehr vergeben, um ungeachtet hoher Risiken möglichst viel Profit zu erzielen.
Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hat inzwischen verkündet, auf seine Bonuszahlungen verzichten zu wollen. Auf der anderen Seite sagt er jedoch auch, dass die Deutsche Bank keine Hilfe vom Staat braucht, da sie noch besser dastehe als andere. Das ist eine klare Linie, die Herr Ackermann hier zeigt. Zwar fehlt die Entschuldigung, auf die ein Land wartet, aber immerhin gelangen die deutschen Banker – im Gegensatz den US-amerikanischen – ganz langsamen Schrittes zu der Erkenntnis, dass es so nicht weiter gehen kann, sondern dass ein neues Weg beschritten werden muss.
Was nun aus den Bonuszahlungen wird, wird eine spannende Frage werden. Wird die Wall Street – als Sitz des amerikanischen Bankenzentrums – ein Einsehen haben? Oder wird die wichtige Erkenntnis, dass es einer Veränderung und eines Schnittes bedarf, bevor man weitermachen kann, niemals bei den Gierbankern ankommen?
Eine Zahl sei nur dazu genannt: Merrill Lynch zahlte im vergangenen Quartal 3,49 Milliarden US Dollar aus. Dem entgegen stehen Abschreibungen in Höhe von 5,7 Milliarden US Dollar im gleichen Quartal. Abschreibungen haben immer auch zur Folge, dass der Aktienkurs sinkt.
Die Frage ist, was die Banken in den USA damit bezwecken. Letztlich verliert jeder dabei, die Anleger, die Hausbesitzer. Nur die Banker schaufeln sich weiter fleißig das Geld in ihre eigenen Taschen. Ein Handeln, das endlich ein Ende haben muss, wenn die globale Finanzwirtschaft wieder reibungslos und ohne Rezession funktionieren soll.
