US-Autohersteller fordern staatliche Finanzspritze
Die großen amerikanischen Autobauer General Motors (GM), Ford und Chrysler erhoffen sich vom US-Staat zinsgünstige Kredite im Wert von 50 Milliarden Dollar. Die Konzerne leiden unter der noch immer anhaltenden Wirtschaftskrise und den stark angestiegenen Spritpreisen, die große Benzinfressende Autos zu Ladenhütern machen und die Nachfrage nach modernen Spritsparenden Kleinwagen erhöhen.
Doch genau diese sparsamen Modelle werden nur wenig angeboten und so war das Jahr 2008 ein schwarzes Jahr für die US-Autobranche. Laut „Wall Street Journal“ erwarten Marktforscher für den Monat August wieder einen schweren Einbruch der Verkaufszahlen. Sie rechnen für diesen Monat mit knapp 1,21 Millionen verkauften Autos, hochgerechnet und saisonal bereinigt ergebe das geschätzte 13,4 Millionen verkaufte Wagen für das Jahr 2008. Im Vergleich zu letztem Jahr, in dem 16,2 Millionen Fahrzeuge verkauft wurden, wäre das ein Rückschlag von mehr als 18 Prozent.
Die geforderten staatlichen Kredite sollen hauptsächlich dazu genutzt werden, um in kleinere Spritsparende Modelle zu investieren und diese erfolgreich zu vermarkten. „Die Zeit drängt wirklich, da ohne Kapital zu vernünftigen Zinsen der erreichte Fortschritt bei den neuen Autos zum Stillstand kommen könnte“, sagte der Sprecher von General Motors der New Yorker Tageszeitung „Wall Street Journal“.
Der Zeitpunkt der Forderung lässt vermuten, dass die amerikanischen Autohersteller den US-Präsidentschaftswahlkampf nutzen wollen, um sich entsprechende Finanzversprechen von den beiden Kandidaten abzuholen. Barack Obama und John McCain signalisierten bereits eine grundsätzliche Bereitschaft zur finanziellen Unterstützung.
