Kredit und Finanzen

Änderungen für Anleger in 2008

Auch zum Jahreswechsel 2007/2008 gilt es für Geldanleger, wieder jede Menge Änderungen und Neuerungen zu beachten. Aber im Gegensatz zum letzten Jahreswechsel gibt es dieses Jahr einige positive Überraschungen, vor allem die Altersvorsorge und das eigene Depot betreffend. Hier ein kurzer Überblick:

Bei der Riester-Rente als wohl beliebtesten Form der privaten Altersvorsorge gilt in 2008 die höchste Forderstufe. Die Grundzulage wird von 114 Euro auf 154 Euro aufgestockt, der Zuschuss für eigene Kinder steigt von 138 Euro auf 195 Euro pro Jahr und Kind. Für die ab 2008 geborenen Kinder steigt der Zuschuss auf 300 EUR im Jahr. Auch für Sonderausgaben für Riester-Verträge gibt es positive Änderungen: Gutverdiener können in 2008 ganze 525 Euro mehr absetzen, der Höchstbetrag ist auf 2.100 Euro erhöht worden. Die lang diskutierte Riester-Rente zum Zweck des Immobilienerwerbs ist zwar noch nicht endgültig beschlossen, soll aber bei Inkrafttreten rückwirkend ab dem 01.01.2008 gelten.

Auch für selbständig Tätige ist die privaten Rentenanlage finanziell ein wenig schmackhafter gestaltet worden: die Rürup-Rente ist ab 2008 nun mit 66 Prozent als Sonderausgabe steuerlich absetzbar. Immerhin eine Erhöhung um 2 Prozentpunkte, damit kann das steuerpflichtige Einkommen in 2008 bis zu 13.200 Euro gedrückt werden. Für Ehepaare gilt wie üblich der doppelte Betrag: 26.400 Euro, und zwar unabhängig davon, welcher Ehepartner die Beträge einzahlt.

Unattraktiv ist die Rürup-Rente ab 2008 nun allerdings für Alleingesellschafter einer GmbH. Denn bei diesen muss ab 2008 der Höchstbetrag um einen fiktiven Arbeitgeberanteil gekürzt werden, wenn eine Pensionszusage der GmbH besteht oder die GmbH in eine Direktversicherung einzahlt. Hier greift also ab 2008 eine ähnliche Regelung wie bei Beamten.

Für Anleger in geschlossenen Fonds – zum Beispiel gewerbliche Windkraft-, Solar- oder Biogas-Beteiligungen – gelten ab 2008 geänderte Regelungen für die Unternehmenssteuer. Diese betreffen vor allem die Abschreibungsmöglichkeiten und die neue Gewinnhinzurechnung bei der Gewerbesteuer. Außerdem entfällt die Ansparrücklage. Diese Änderungen führen zwar in der Anfangsphase nur zu kleinen Verlusten, sollten aber bei der Renditekalkulation beachtet werden.

Spekulationsgewinne und Dividenden von Auslands-Reits (börsennotierten Immobiliengesellschaften) müssen ab 2008 – genau wie die inländischer Reits – nicht mehr nur zur Hälfte, sondern voll versteuert werden.

Unwirksam ist ab 2008 das familieninterne Steuersparmodell, eine Vermögensübergabe – zum Beispiel eine Immobilie oder eines Sparguthabens – an eine Versorgungsleistung zu koppeln und damit dauernde Lasten steuerlich geltend zu machen. Eine mit der Vermögensübergabe vereinbarte Rentenzahlung an den Geber kann also ab 2008 nicht mehr als Sonderausgabe steuerlich abgesetzt werden. Für bereits vor dem 31.12.2007 geschlossene Verträge dieser Art bleibt hingegen alles beim Alten.

Inländische Aktiengesellschaften zahlen ab 2008 zwar zehn Prozent weniger Körperschaftsteuer und auch entsprechend weniger Solidaritätszuschlag und können deshalb mehr Dividenden ausschütten. Für private Aktionäre bringt dieses jedoch unter dem Strich keinen finanziellen Vorteil, denn die ausgeschütteten Dividenden werden in voller Höhe der Abgeltungssteuer unterworfen. Die Werbungskosten – etwa für Fahrten zur alljährlichen Hauptversammlung – lassen sich nicht mehr mit Übernachtungspauschalen steuerlich absetzen: ab 2008 werden vom Finanzamt nur noch Original-Hotelbelege akzeptiert, von denen darüber hinaus nun auch die Frühstückskosten abgezogen werden müssen.

Arbeitnehmern wird ab 2008 von Finanzamt eine deutlich längere Frist zur Meldung von Verlusten bei Geldgeschäften eingeräumt: ab sofort gelten hier nicht mehr zwei Jahre bis zur Geltendmachung, sondern die allgemeine Verjährung wie bei allen anderen Steuermeldungen.

Viele Änderungen habe ich hier aufgezählt und es sind noch mehr, der Blogspan-Blogger geht in seinem Artikel „Das ändert sich 2008“ zusätzlich noch auf die Bafög-Erhöhung und die Senkung des Arbeitslosenbeitrags ein. Im Blog von Elbenberg ist noch ein lesenswerter Beitrag unter der Titel: “Was ändert sich im neuen Jahr 2008“. Er geht hierbei über die Finanzthemen hinaus und berichtet über das neue Rauchergesetz, die Umweltzonen und vieles mehr.

Wir werden sehen was das Jahr 2008 bringt um mit Erich Kästner zu schließen:

“Wird’s besser? Wird’s schlimmer?” fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich.“

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