Kredit und Finanzen

Finanzprodukte, die ausgedient haben

Nicht alle staatlich geförderten Finanzprodukte sind wirklich uneingeschränkt zu empfehlen. Einige können unter bestimmten Voraussetzungen sogar wesentlich weniger lohnend sein, als rein private Sparformen. Leider muss auch festgestellt werden, dass die Riester-Kritik, die in den letzten Jahren zunehmend laut wurde, zum größten Teil berechtigt ist. Jeder Verbraucher, der mit einer Riester-Rente für sein Alter vorsorgen möchte, sollte deswegen genau prüfen, inwieweit dies für ihn tatsächlich vorteilhaft ist. Doch auch die klassische Lebensversicherung gehört zu den Finanzprodukten, von deren Abschluss heute eher abzuraten ist.

Die Riester-Rente: Nicht nur die Rendite enttäuscht

Die Rendite vieler Riester-Vorsorgeprodukte ist mehr als mager. Die liegt nicht zuletzt an den sehr hohen Gebühren und Provisionen, die viele Anbieter von Riester-Verträgen kassieren. Dem Gesetzgeber ist es bislang leider nicht gelungen, dieser Praxis einen Riegel vorzuschieben. Doch noch viel gravierendere Nachteile kann die Riester-Rente für Geringverdiener haben. Es lässt sich nicht abstreiten, dass die staatlichen Zulagen die Riester-Rente auf den ersten Blick attraktiv erscheinen lassen. Aber bei näherem Hinsehen wird deutlich, dass gerade die eigentliche Zielgruppe, nämlich einkommensschwache Verbraucher, wie zum Beispiel gering verdienende Frauen, bei dieser Form der staatliche geförderten Altersvorsorge unter Umständen sogar noch draufzahlen. Wenig bekannt ist nämlich die Tatsache, dass die Auszahlungen aus einem Riester-Vertrag auf die staatliche Grundsicherung im Alter angerechnet werden. Diese Grundsicherung soll einen gewissen Mindestlebensstandard sichern, wenn die gesetzliche Rente dazu nicht ausreicht. Da die Riester-Rente von den Ansprüchen auf Grundsicherung abgezogen wird, haben die Betroffenen im Ergebnis jahrzehntelang umsonst in die Riester-Versicherung eingezahlt.

Die klassische Lebensversicherung: Ein Erfolgsmodell von gestern

Früher schloss nahezu jeder deutsche Verbraucher eine kapitalbildende Lebensversicherung ab und war damit auch nicht schlecht bedient. Der gesetzliche Garantiezins war über Jahrzehnte hoch, hinzu kamen stattliche Überschussbeteiligungen und nicht zuletzt machten die Steuervergünstigungen diese Form der Altersvorsorge sehr attraktiv. Doch die Zeiten haben sich geändert: Der gesetzliche Garantiezins beträgt seit dem 1. Januar 2012 nur noch spärliche 1,75 Prozent, die Überschussbeteiligungen sind stark geschrumpft und auch die Steuerfreiheit der Auszahlungen aus Lebensversicherungen gibt es so nicht mehr. Hinzu kommt noch, dass Lebensversicherungsgesellschaften nicht vor Insolvenzen geschützt sind. Gerade die noch nicht ganz ausgestandene internationale Finanzkrise hat auch einige deutsche Lebensversicherer in schwere Bedrängnis gebracht. Aus diesen Gründen kann heute keinem Verbraucher mehr zum Abschluss einer kapitalbildenden Lebensversicherung geraten werden.

Vorsicht vor falschen Versprechungen

Beide Beispiele für Anlageprodukte, die für viele Sparer äußerst nachteilig sein können, zeigen, dass nur gründliche Information und kritisches Nachfragen vor Fehlentscheidungen bei der privaten Geldanlage schützen können. Jeder Verbraucher sollte sich keinesfalls ausschließlich auf die Beratung durch die Bank oder Versicherungsvertreter verlassen, sondern sich immer auch selbst ein Urteil bilden. Weitere Informationen zu sinnvollen Finanzprodukten finden sich nur einen Klick entfernt bei Finanzprodukte24.de!

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